Die beiden Steuern und ihre Bemessungsgrundlagen
Entscheidend ist nicht nur der Satz, sondern worauf er angewendet wird. Die Reihenfolge ist gesetzlich festgelegt, und sie führt dazu, dass in Spanien Steuer auf Steuer erhoben wird.
- Stromsteuer (impuesto especial sobre la electricidad, IEE)
- 5,11269632 %, berechnet auf die Summe aus Leistungspreis und Arbeitspreis. Nicht in der Bemessungsgrundlage enthalten sind die Zählermiete und etwaige Zusatzdienste. Rechtsgrundlage ist das Gesetz 38/1992. Die Steuer wird im gesamten Staatsgebiet erhoben, auch auf den Kanaren.
- Mehrwertsteuer (IVA)
- 21 %, berechnet auf alles Vorstehende – Leistungspreis, Arbeitspreis, Zählermiete, Zusatzdienste und die zuvor berechnete Stromsteuer. Rechtsgrundlage ist das Gesetz 37/1992.
- IGIC (Kanarische Inseln)
- Tritt an die Stelle der Mehrwertsteuer. Für Haushalte und kleine Unternehmen beträgt der Satz seit 2019 0 %, für Großunternehmen 3 %. Nach Angaben des kanarischen Rundfunks RTVC werden rund 96 % der kanarischen Verbraucher mit 0 % besteuert.
- IPSI (Ceuta und Melilla)
- In beiden Städten tritt das IPSI an die Stelle der Mehrwertsteuer. Den für Strom geltenden Satz im Jahr 2026 konnten wir nicht verifizieren und nennen deshalb bewusst keine Zahl. Erfragen Sie ihn bei Ihrem Anbieter oder der örtlichen Steuerverwaltung.
Zahlen Sie zu viel für Leistung, die Sie nie brauchen?
Die vertraglich vereinbarte Leistung (potencia contratada) läuft in Spanien 365 Tage im Jahr weiter — auch wenn das Haus leer steht. Unsere KI liest Ihre Rechnung und sagt Ihnen in wenigen Minuten, welche kW-Stufe wirklich zu Ihrem Haushalt passt.
Eine vollständige Beispielrechnung
Gerechnet wird ein Monat mit 30 Tagen, 4,6 kW vereinbarter Leistung und 250 kWh Verbrauch. Für den Leistungspreis setzen wir nur den regulierten Anteil an, für den Arbeitspreis den PVPC-Jahresdurchschnitt 2026 von 0,1468 €/kWh. Ein realer Vertrag im freien Markt enthält zusätzlich die Marge des Anbieters – an der Rechenlogik der Steuern ändert das nichts.
| Schritt | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Leistungspreis P1 | 4,6 kW × 27,704413 €/kW·Jahr ÷ 365 × 30 Tage | 10,47 € |
| Leistungspreis P2 | 4,6 kW × 0,725423 €/kW·Jahr ÷ 365 × 30 Tage | 0,27 € |
| Arbeitspreis | 250 kWh × 0,1468 €/kWh | 36,70 € |
| Bemessungsgrundlage Stromsteuer | Leistung + Arbeit | 47,45 € |
| Stromsteuer | 47,45 € × 5,11269632 % | 2,43 € |
| Zählermiete | einphasiger Zähler mit Fernauslesung | 0,81 € |
| Bemessungsgrundlage Mehrwertsteuer | Leistung + Arbeit + Stromsteuer + Zählermiete | 50,69 € |
| Mehrwertsteuer | 50,69 € × 21 % | 10,64 € |
| Rechnungsbetrag | 61,33 € |
Auf die Stromsteuer von 2,43 € entfallen dabei noch einmal 0,51 € Mehrwertsteuer. Das ist die spanische Steuer-auf-Steuer-Konstruktion, über die sich Verbraucherverbände seit Jahren beschweren.
Zum Vergleich: Mit den ermäßigten Sätzen des Frühjahrs 2026 – Stromsteuer 0,5 % und Mehrwertsteuer 10 % – hätte dieselbe Rechnung 53,35 € betragen. Die Differenz von knapp 8 € im Monat ist der Grund, warum veraltete Rechner und Blogbeiträge hier so gefährlich sind. Eine echte Rechnung Zeile für Zeile übersetzt.
Die Chronologie des Jahres 2026
Die spanische Stromsteuer hat sich 2026 innerhalb von sechs Monaten zweimal geändert. Der Grund ist eine Besonderheit des Dekrets RDL 7/2026 vom 20. März 2026: Die Ermäßigung war von vornherein an eine Inflationsbedingung gekoppelt und schaltete sich selbst ab.
| Zeitraum 2026 | Stromsteuer | Mehrwertsteuer | Grundlage |
|---|---|---|---|
| 1. Januar bis 21. März | 5,11269632 % | 21 % | Regelsätze |
| 22. März bis 31. Mai | 0,5 % | 10 % | RDL 7/2026 – Ermäßigung für Verträge unter 10 kW sowie für besonders schutzbedürftige Haushalte |
| seit 1. Juni | 5,11269632 % | 21 % | Automatische Abschaltung: Der Strompreisindex im April lag nicht mehr als 15 % über dem Vorjahreswert |
| August und September | 5,11269632 % | 21 % | Eine mögliche Reaktivierung nach RDL 18/2026 trat nicht ein, weil die Bedingung nicht erfüllt war |
Quellen: Mitteilungen der spanischen Steuerverwaltung AEAT vom 23. März 2026 und vom 1. September 2026.
Kanaren, Balearen, Ceuta und Melilla
Die regulierten Preisbestandteile sind in ganz Spanien gleich. Unterschiedlich ist allein die Verbrauchsbesteuerung – und der Unterschied ist erheblich.
| Gebiet | Umsatzsteuer auf Strom | Stromsteuer | Praktische Folge |
|---|---|---|---|
| Festland | 21 % IVA | 5,11269632 % | Vollständige Belastung |
| Balearen | 21 % IVA | 5,11269632 % | Kein Sonderstatus. Mallorca, Ibiza und Menorca werden wie das Festland besteuert |
| Kanaren | 0 % IGIC für Haushalte und kleine Unternehmen (3 % für Großunternehmen) | 5,11269632 % | Rund ein Sechstel weniger auf der Rechnung |
| Ceuta und Melilla | IPSI statt IVA – Satz für Strom nicht verifiziert | 5,11269632 % | Beim Anbieter erfragen |
Der IGIC-Satz von 0 % gilt seit 2019. Welche kanarische Norm ihn festlegt und ob eine Leistungsgrenze gilt, konnten wir nicht abschließend verifizieren – die Angabe stützt sich auf Berichte des kanarischen Rundfunks RTVC.
Was das in Euro bedeutet, zeigt die Beispielrechnung oben: Die Monatsrechnung von 61,33 € auf dem Festland sinkt auf den Kanaren auf 50,69 €. Das sind 10,64 € im Monat oder rund 128 € im Jahr – bei einem durchschnittlichen Haushalt. Für ein leer stehendes Haus fällt der Vorteil absolut kleiner aus, prozentual aber genauso hoch. Kostenrechnung für ungenutzte Häuser, Besonderheiten auf Teneriffa.
Was Sie an der Steuerlast ändern können
Direkt nichts – die Sätze sind gesetzlich festgelegt und bei jedem Anbieter gleich. Indirekt schon, denn beide Steuern sind Prozentsätze auf die übrigen Positionen. Jeder Euro, den Sie beim Leistungspreis oder beim Verbrauch einsparen, senkt automatisch auch die Steuer.
- Eine um 1 kW niedrigere vereinbarte Leistung senkt die Bemessungsgrundlage um 28,43 € im Jahr und die Steuerlast entsprechend mit.
- Nicht bestellte Zusatzdienste kosten doppelt: Sie erhöhen auch die Mehrwertsteuer. In der Bemessungsgrundlage der Stromsteuer stecken sie dagegen nicht.
- Der Sozialrabatt bono social senkt den Energiepreis um 42,5 % oder 57,5 % – und damit auch beide Steuern. Er gilt nur für den Erstwohnsitz im PVPC-Tarif. Voraussetzungen prüfen.
- Prüfen Sie auf der Rechnung, ob die Zählermiete tatsächlich außerhalb der Bemessungsgrundlage der Stromsteuer steht. Fehler in dieser Reihenfolge kommen vor und sind reklamierbar.
- Wer auf den Kanaren wohnt und auf der Rechnung 21 % Mehrwertsteuer statt IGIC 0 % findet, sollte sofort widersprechen. Aufbau der Rechnung nachvollziehen.
Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung
Laden Sie eine beliebige spanische Stromrechnung hoch. Der Vergleichsrechner von Lead EnergIA rechnet Ihren echten Verbrauch gegen die aktuellen Tarife und zeigt, was ein anderer Vertrag gekostet hätte — auf Deutsch, ohne Anruf, ohne Verpflichtung. Auch dann, wenn das Ergebnis lautet: bleiben.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer auf Strom in Spanien 2026?
Was ist der impuesto eléctrico und wie hoch ist er?
Zahle ich auf den Kanaren wirklich keine Mehrwertsteuer auf Strom?
Gilt auf Mallorca ein ermäßigter Steuersatz?
Auf welcher Grundlage wird die Mehrwertsteuer berechnet?
Kommen die ermäßigten Steuersätze zurück?
Quellen
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.