Preise · Stand September 2026

Strompreis in Spanien: woraus Ihre Rechnung wirklich besteht

Eine spanische Stromrechnung besteht aus sechs Teilen, und nur bei zweien davon entscheidet Ihr Verbrauch. Bezahlt werden die vereinbarte Leistung (potencia), der verbrauchte Strom, Netzentgelte und Umlagen, die Zählermiete sowie zwei Steuern. Wer weiß, welcher Teil vom Staat, welcher von der Regulierungsbehörde und welcher vom Anbieter festgelegt wird, erkennt sofort, wo sich Verhandeln lohnt – und wo nicht.

· Wie wir recherchieren

27,70 €kostet ein Kilowatt vereinbarter Leistung pro Jahr – allein im regulierten Teil, ohne Verbrauch
67,68 €betrug 2026 die durchschnittliche Monatsrechnung eines spanischen Haushalts (OCU)
47 %der Rechnung entfallen auf die Energie selbst. Der Rest sind Netzentgelte, Umlagen und Steuern
0,1468 €kostete die Kilowattstunde im PVPC-Tarif im Mittel des Jahres 2026 (vorläufig)

Die sechs Bestandteile einer spanischen Stromrechnung

Der spanische Standardtarif für Haushalte heißt 2.0TD und gilt für alle Anschlüsse bis 15 kW. Jede Rechnung in diesem Tarif folgt demselben Aufbau – unabhängig davon, ob Sie bei Endesa, Iberdrola, Naturgy oder einem kleinen Anbieter sind. Der entscheidende Unterschied zu Deutschland: Zwei der sechs Positionen laufen weiter, auch wenn im Haus monatelang niemand ist.

Aufbau einer Rechnung im Tarif 2.0TD (2026)
Position auf der RechnungWas es istWer legt den Preis fest
Leistungspreis (término de potencia)€ je vereinbartem Kilowatt und Tag – verbrauchsunabhängigNetzentgelt: CNMC · Umlage: Regierung · Marge: Anbieter
Arbeitspreis (término de energía)€ je verbrauchter Kilowattstunde, in drei ZeitzonenNetzentgelt: CNMC · Umlage: Regierung · Energie: Markt oder Anbieter
Netzentgelte und Umlagen (peajes y cargos)Stecken innerhalb der beiden ersten Positionen, nicht in einer eigenen ZeileCNMC (Netz) und Regierung (Umlagen)
Zählermiete (alquiler del contador)Monatliche Miete für den Zähler des NetzbetreibersMinisterielle Verordnung (Orden IET/1491/2013)
Stromsteuer (impuesto eléctrico, IEE)5,11269632 % auf Leistung + ArbeitGesetz 38/1992, geändert per Dekret
Mehrwertsteuer (IVA) oder IGIC21 % auf alles Vorstehende – auf den Kanaren 0 % IGICGesetz 37/1992 bzw. Kanarische Regelung

Hinzu kommen können freiwillige Zusatzdienste (Wartung, Versicherung) und – bei einer Photovoltaikanlage – eine negative Zeile für eingespeisten Überschuss. Eine echte Rechnung Zeile für Zeile.

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Die vertraglich vereinbarte Leistung (potencia contratada) läuft in Spanien 365 Tage im Jahr weiter — auch wenn das Haus leer steht. Unsere KI liest Ihre Rechnung und sagt Ihnen in wenigen Minuten, welche kW-Stufe wirklich zu Ihrem Haushalt passt.

Der Leistungspreis: die spanische Besonderheit

In Spanien vereinbaren Sie im Vertrag eine maximale Leistung in Kilowatt, die potencia contratada. Sie bestimmt, wie viele Geräte gleichzeitig laufen dürfen, und sie wird für jeden einzelnen Tag des Jahres berechnet. Im Tarif 2.0TD werden sogar zwei Werte vereinbart: einer für die Hochlastzeit (P1) und einer für die Nacht und das Wochenende (P2). In der Praxis sind beide meistens gleich hoch.

Regulierter Leistungsanteil im Tarif 2.0TD, gültig seit 1. Januar 2026
Regulierter Leistungspreis 2.0TD (2026)P1 (Hochlast)P2 (Nacht/Wochenende)
Netzentgelt Transport und Verteilung (peaje)23,324952 €/kW·Jahr0,443770 €/kW·Jahr
Systemumlage (cargo)4,379461 €/kW·Jahr0,281653 €/kW·Jahr
Summe regulierter Anteil27,704413 €/kW·Jahr0,725423 €/kW·Jahr
entspricht je Tag0,075902 €/kW0,001987 €/kW

Quellen: Beschluss RAP/DE/009/25 der CNMC vom 22. Dezember 2025 und Orden TED/1524/2025. Die Marge des Anbieters kommt im freien Markt obendrauf.

Ein Haushalt mit den üblichen 4,6 kW zahlt damit allein für die Bereitstellung 130,78 € im Jahr an reguliertem Leistungsentgelt – bevor eine einzige Kilowattstunde geflossen ist. Auffällig ist das Verhältnis zwischen den beiden Perioden: Das Leistungsentgelt für die Nachtstunden ist praktisch null. Zwei unterschiedliche kW-Werte zu vereinbaren lohnt sich deshalb nur, wenn Sie nachts mehr Leistung brauchen als tagsüber – der typische Fall ist die Wallbox für ein Elektroauto.

Der Arbeitspreis und die drei Zeitzonen

Der zweite Block ist der Arbeitspreis je Kilowattstunde. Auch er besteht aus einem regulierten Teil – Netzentgelt und Umlage – und dem eigentlichen Energiepreis. Seit Juni 2021 ist der regulierte Teil in drei Zeitzonen geteilt: punta (Hochlast), llano (Mittellast) und valle (Schwachlast).

Regulierter Anteil des Arbeitspreises nach Zeitzone
Regulierter Arbeitspreis 2.0TD (2026)P1 puntaP2 llanoP3 valle
Netzentgelt (peaje)0,033261 €/kWh0,016409 €/kWh0,000077 €/kWh
Systemumlage (cargo)0,064292 €/kWh0,012858 €/kWh0,003215 €/kWh
Summe regulierter Anteil0,097553 €/kWh0,029267 €/kWh0,003292 €/kWh

Der Energiepreis selbst kommt hinzu. Er ist in allen drei Zonen ähnlich hoch, weshalb der Endpreis je Kilowattstunde längst nicht um den Faktor 30 auseinanderliegt. Alle Uhrzeiten und was sich zu verschieben lohnt.

Im regulierten Anteil ist die Hochlastzeit fast dreißigmal teurer als die Schwachlastzeit. Das ist das stärkste Preissignal des spanischen Systems und der Grund, warum in Spanien alle Ratgeber empfehlen, nachts und am Wochenende zu waschen. Weil der Energiepreis selbst aber in allen Zonen ähnlich ist, fällt der Unterschied auf der fertigen Rechnung sehr viel kleiner aus als diese Zahl vermuten lässt.

Zählermiete, Stromsteuer und Mehrwertsteuer

Der Zähler gehört in den allermeisten Fällen nicht Ihnen, sondern dem Netzbetreiber. Er wird vermietet, und zwar zu einem staatlich festgelegten Preis, den Ihr Anbieter nur durchreicht. Verhandeln lässt sich hier nichts.

Elektronischer Zähler, einphasig (Fernauslesung)
0,81 € je Monat – der Normalfall im Haushalt, rund 9,72 € im Jahr
Elektronischer Zähler, dreiphasig
1,15 € je Monat – häufig in größeren Chalets mit Drehstromanschluss
Leistungsbegrenzer (ICP)
0,03 € je Monat, falls separat ausgewiesen
Stromsteuer (impuesto especial sobre la electricidad)
5,11269632 % auf die Summe aus Leistungs- und Arbeitspreis – vor der Zählermiete
Mehrwertsteuer (IVA)
21 % auf alles, einschließlich der Stromsteuer und der Zählermiete. Auf den Kanaren gilt stattdessen IGIC zu 0 % für Haushalte

Was ein spanischer Haushalt tatsächlich zahlt

Der Referenzhaushalt der Verbraucherorganisation OCU verbraucht 292 kWh im Monat, also rund 3.504 kWh im Jahr, bei 4,6 kW vereinbarter Leistung. Für 2026 weist die OCU eine durchschnittliche Monatsrechnung von 67,68 € aus, nach 69,34 € im Jahr 2025. Die Schwankung innerhalb des Jahres ist erheblich: Im Juni 2026 waren es 66,63 €, im August 79,75 €.

Musterrechnung des Netzbetreibers Redeia: 3.900 kWh im Jahr, 4,6 kW Leistung
BlockBetrag im JahrAnteil
Energie416 €47 %
Netzentgelte und Umlagen (peajes y cargos)280 €32 %
Steuern (21 % MwSt. und 5,11 % Stromsteuer)189 €21 %
Jahresrechnung gesamt885 €100 %

Quelle: Redeia/REE, vorläufige Daten mit Stand Januar 2026. Lesart: Jeder fünfte Euro einer spanischen Stromrechnung ist Steuer, ein weiteres Drittel sind regulierte Kosten, die nichts mit Ihrem Verbrauch zu tun haben.

Im regulierten Tarif PVPC lag der Durchschnittspreis 2025 bei 0,1385 €/kWh und 2026 vorläufig bei 0,1468 €/kWh. Diese Zahlen sind Jahresmittel, keine gültigen Preise: Seit dem 1. Oktober 2025 wird der Großhandelsmarkt in Viertelstunden abgerechnet, der PVPC folgt dieser Taktung. Wer Planungssicherheit braucht, ist mit einem Festpreis im freien Markt besser bedient – wer flexibel verbraucht, fährt mit dem PVPC oft günstiger. PVPC oder freier Markt – die ehrliche Abwägung.

Wo Sie eingreifen können – und wo nicht

Die Aufteilung oben zeigt, dass gut die Hälfte Ihrer Rechnung regulatorisch festgelegt ist. Umso wichtiger ist es, die Stellschrauben zu kennen, die tatsächlich Ihnen gehören. Nach Wirkung sortiert – ausführlich behandelt die Seite Strom sparen in Spanien dieselbe Rangfolge:

  1. Die vereinbarte Leistung prüfen. Der häufigste und teuerste Fehler in Spanien ist eine zu hohe potencia, meist vom Vorbesitzer oder vom Bauträger übernommen. Absenken kostet nach den vorliegenden Angaben einmalig rund 11 € und spart dauerhaft. Erlaubt ist eine Änderung einmal in zwölf Monaten. Passende kW-Stufe berechnen.
  2. Verbrauch in die günstigen Stunden verschieben. Waschmaschine, Geschirrspüler, Warmwasserspeicher und Poolpumpe laufen nachts, am Wochenende und an landesweiten Feiertagen im günstigsten Zeitfenster.
  3. Zusatzdienste kündigen. Wartungspakete, Hausratversicherungen und „Reparaturservice“ tauchen in etwa jedem fünften Vertrag des freien Marktes auf, ohne dass die Kunden sie bewusst bestellt haben. Sie dürfen ausschließlich die Stromlieferung beauftragen.
  4. Den Anbieter wechseln. Seit dem Königlichen Dekret 88/2026 dauert der Wechsel höchstens zehn Werktage und darf nichts kosten. Vergleichen Sie dabei niemals nur den Preis je Kilowattstunde, sondern die Jahressumme einschließlich Leistungspreis.
  5. Prüfen, ob ein Sozialrabatt infrage kommt. Der bono social senkt den PVPC-Preis um 42,5 % oder 57,5 %, gilt aber nur für den Erstwohnsitz und nur bis zu einer Verbrauchsgrenze. Voraussetzungen und Antrag.

Keinen Einfluss haben Sie dagegen auf Netzentgelte, Umlagen, Zählermiete und Steuern. Diese vier Blöcke sind bei jedem Anbieter identisch. Wenn ein Vertrieb Ihnen erzählt, er könne die peajes senken, ist das schlicht falsch. Was ein Haus kostet, das die meiste Zeit leer steht, rechnen wir getrennt durch: Stromkosten bei Leerstand. Und wie sich das Ganze zu deutschen Verhältnissen verhält, steht im Vergleich Spanien–Deutschland. Wirkt Ihre eigene Rechnung im Verhältnis zu diesen Werten zu hoch, hilft die Ursachenliste unter zu hohe Stromrechnung; die Werte Ihres Vertrags gegen die aktuellen Tarife hält die deutschsprachige Tarifanalyse.

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Was kostet eine Kilowattstunde Strom in Spanien 2026?
Im regulierten Tarif PVPC lag das Jahresmittel 2026 vorläufig bei 0,1468 €/kWh, nach 0,1385 €/kWh im Jahr 2025 (Quelle: OCU). Im freien Markt hängt der Preis vom Vertrag ab. Wichtig: Diese Angabe ist ein Durchschnitt. Der PVPC-Preis ändert sich seit Oktober 2025 alle 15 Minuten, und zum Arbeitspreis kommt der Leistungspreis hinzu, der unabhängig vom Verbrauch anfällt.
Warum ist meine Rechnung hoch, obwohl ich kaum Strom verbraucht habe?
Weil der größte Teil einer spanischen Rechnung nicht am Verbrauch hängt. Leistungspreis, Zählermiete und die darauf entfallenden Steuern laufen 365 Tage im Jahr. Bei einem Haus, das nur wenige Wochen genutzt wird, machen diese Fixkosten oft mehr als die Hälfte der Jahresrechnung aus.
Wer legt den Strompreis in Spanien fest?
Drei Instanzen teilen sich das: Die Regulierungsbehörde CNMC setzt die Netzentgelte (peajes), die Regierung legt per Verordnung die Systemumlagen (cargos) und die Steuersätze fest, und der Anbieter bestimmt den Energiepreis und seine Marge. Nur der dritte Teil ist verhandelbar.
Ist der PVPC-Tarif günstiger als ein Vertrag im freien Markt?
Im mehrjährigen Mittel meist ja, weil im PVPC keine Marge und keine Zusatzdienste enthalten sind. Nach Angaben der CNMC stiegen die Haushaltspreise 2024 im freien Markt um 6 %, im PVPC dagegen nur um 1 %. Dafür schwankt die Rechnung im PVPC von Monat zu Monat spürbar.
Steht der Leistungspreis auf der Rechnung als eigene Zeile?
Ja. Suchen Sie nach término de potencia oder potencia contratada, meist mit der Angabe der Kilowatt und der Zahl der abgerechneten Tage. Netzentgelte und Umlagen sind dort bereits eingerechnet und werden nicht getrennt ausgewiesen.
Gilt in Spanien überall derselbe Preis?
Die regulierten Anteile schon – sie sind national einheitlich. Unterschiedlich ist die Besteuerung: Auf dem Festland und den Balearen gelten 21 % Mehrwertsteuer, auf den Kanaren 0 % IGIC für Haushalte. Außerdem haben Ceuta und Melilla eigene Tarifzeiten.

Quellen

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.

  1. CNMC – Resolución RAP/DE/009/25: Netzentgelte 2026
  2. BOE – Orden TED/1524/2025: Umlagen (cargos) 2026
  3. BOE – Circular 3/2020 der CNMC: Tarifperioden und Netzentgelte
  4. REE/Redeia – Aufschlüsselung einer PVPC-Musterrechnung
  5. OCU – Strompreisentwicklung und durchschnittliche Rechnung 2026
  6. CNMC – Bericht zur Überwachung des Endkundenmarktes 2024