Zweitwohnsitz

Was ein leer stehendes Haus in Spanien an Strom kostet

Acht Wochen Nutzung, zwölf Monate Kosten: Leistungspreis, Zählermiete und Steuern laufen in Spanien unabhängig vom Verbrauch weiter. Für ein typisches Reihenhaus mit 4,6 kW ergeben sich daraus rund 342 € im Jahr, ohne dass jemand im Haus war. Ein Chalet mit Pool kommt leicht auf das Doppelte – und ein ruhender Gasvertrag kostet weiter, auch wenn kein Kubikmeter fließt.

· Wie wir recherchieren

Vier Posten laufen weiter, auch wenn niemand da ist

Ein geschlossenes Haus erzeugt in Spanien vier Arten von Kosten. Nur eine davon hängt am Verbrauch, und selbst die ist bei einem leeren Haus nicht null.

1. Leistungspreis (término de potencia)
Der größte Posten. Berechnet wird er für jeden Tag des Jahres: 2026 sind es im regulierten Teil 27,704413 € je kW und Jahr für die Hochlastperiode plus 0,725423 € je kW und Jahr für die Schwachlastperiode, zusammen 28,429836 € je kW und Jahr. Die Marge Ihres Anbieters kommt im freien Markt hinzu.
2. Zählermiete (alquiler del contador)
Rund 0,81 € im Monat für den üblichen einphasigen Fernauslesezähler, also 9,72 € im Jahr. Dreiphasige Zähler kosten 1,15 € im Monat. Reguliert durch die Orden IET/1491/2013, bei jedem Anbieter identisch.
3. Grundlast (consumo en vacío)
Kühlschrank, Alarmanlage, Router, Poolpumpe, Heizungssteuerung, Standby-Verbraucher. Sie erzeugen einen Sockelverbrauch, der 8.760 Stunden im Jahr läuft.
4. Steuern
5,11269632 % Stromsteuer auf Leistung plus Arbeit und 21 % Mehrwertsteuer auf alles einschließlich Stromsteuer und Zählermiete. Auf den Kanaren entfällt die Umsatzsteuer für Haushalte (IGIC 0 %).
Tarifvergleich

Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung

Laden Sie eine beliebige spanische Stromrechnung hoch. Der Vergleichsrechner von Lead EnergIA rechnet Ihren echten Verbrauch gegen die aktuellen Tarife und zeigt, was ein anderer Vertrag gekostet hätte — auf Deutsch, ohne Anruf, ohne Verpflichtung. Auch dann, wenn das Ergebnis lautet: bleiben.

Drei Beispielhäuser, durchgerechnet

Die folgenden Rechnungen verwenden ausschließlich den regulierten Leistungspreis, die regulierte Zählermiete und die aktuellen Steuersätze. Für den Arbeitspreis setzen wir den PVPC-Jahresdurchschnitt 2026 von 0,1468 €/kWh an. Die Grundlast ist eine Annahme, keine Messung: Für ein Haus mit laufendem Kühlschrank und Poolpumpe rechnen wir nach eigener Einschätzung mit 100 bis 250 Watt. Ihren tatsächlichen Wert sehen Sie im Kundenportal Ihres Netzbetreibers.

Jahreskosten eines ungenutzten Hauses, nur regulierte Bestandteile
A: Apartment, abgeschaltetB: Reihenhaus, Kühlschrank läuftC: Chalet mit Pool
Vereinbarte Leistung3,45 kW4,6 kW6,9 kW
Angenommene Grundlast30 W (Router, Alarm)100 W (zusätzlich Kühlschrank)250 W (zusätzlich Poolpumpe)
Verbrauch im Jahr263 kWh876 kWh2.190 kWh
Leistungspreis (reguliert)98,08 €130,78 €196,17 €
Arbeitspreis38,61 €128,60 €321,49 €
Stromsteuer 5,11269632 %6,99 €13,26 €26,46 €
Zählermiete (12 × 0,81 €)9,72 €9,72 €9,72 €
Mehrwertsteuer 21 %32,21 €59,30 €116,31 €
Summe im Jahr185,61 €341,66 €670,15 €
je Monat15,47 €28,47 €55,85 €

Ohne Anbietermarge auf den Leistungspreis, ohne Zusatzdienste, ohne Gas. Auf den Kanaren entfällt die Zeile Mehrwertsteuer, dort gilt für Haushalte IGIC 0 % – Haus B kostet dann 282,36 € statt 341,66 €. Wie die Steuern berechnet werden.

Der Sprung von Haus A zu Haus C ist aufschlussreich: Die Leistung verdoppelt sich, die Rechnung verdreieinhalbfacht sich. Verantwortlich dafür ist die Poolpumpe, die in Zweitwohnsitzen regelmäßig der größte Einzelverbraucher ist – sie läuft weiter, während die Eigentümer in Hamburg sind.

Der vergessene Posten: der ruhende Gasvertrag

Wer neben Strom auch einen Erdgasanschluss hat, zahlt auch dort ein Fixentgelt, unabhängig vom Verbrauch. Im regulierten Gastarif TUR gilt seit dem 1. Juli 2026 eine Staffel mit elf Stufen. Für die im Haushalt übliche Stufe TUR.2 beträgt der feste Monatsbetrag 8,11 €, hinzu kommen 4,119908 Cent je kWh für tatsächlichen Verbrauch. Auch ohne einen einzigen verbrauchten Kubikmeter summiert sich das Fixentgelt auf 97,32 € im Jahr netto, bevor Steuern und Zählermiete aufgeschlagen werden – mit beidem rund 127 € brutto. Die Mehrwertsteuer auf Gas liegt seit dem 1. Juni 2026 wieder bei 21 %. Die TUR-Stufen im Detail.

Die Stellschrauben, nach Wirkung sortiert

  1. Leistung senken. Die mit Abstand größte Ersparnis. Jedes Kilowatt weniger spart 28,43 € im Jahr im regulierten Teil, mit Steuern rund 36 €, mit Anbietermarge mehr. Zwei Kilowatt weniger bei Haus C bedeuten über zehn Jahre einen dreistelligen Betrag. Eine Absenkung kostet nach den vorliegenden Angaben nur die Anschlussgebühr von 9,04 € zuzüglich Steuern; Erhöhungen sind teurer. Erlaubt ist eine Änderung in der Regel einmal in zwölf Monaten. So beantragen Sie die Änderung.
  2. Grundlast senken. Kühlschrank vor der Abreise leeren, abtauen und vom Netz nehmen. Poolpumpe über eine Zeitschaltuhr auf wenige Nachtstunden begrenzen. Standby-Verbraucher – Fernseher, Receiver, Steckernetzteile – über schaltbare Leisten trennen. Alarmanlage und Router bleiben meist bewusst an; das sind die 30 Watt aus Haus A.
  3. Zusatzdienste kündigen. Wartungspakete und „Reparaturservices“ stecken in etwa jedem fünften Vertrag des freien Marktes. Für ein Haus, das zehn Monate leer steht, sind sie besonders sinnlos. Sie haben das Recht, ausschließlich die Stromlieferung zu beauftragen.
  4. Tarif prüfen, nicht nur den kWh-Preis. Bei geringem Verbrauch entscheidet der Leistungspreis über die Rechnung. Ein Angebot mit niedrigem Arbeitspreis und hohem Leistungspreis ist für einen Zweitwohnsitz die schlechteste aller Kombinationen. Tarife für selten genutzte Häuser.
  5. Verbrauch in die günstigen Perioden legen. Poolpumpe und Warmwasserspeicher gehören zwischen 0 und 8 Uhr oder aufs Wochenende. Die Zeitfenster im Detail.
  6. Erst zuletzt: abmelden. Rechnet sich nur bei sehr langem Leerstand. Die Anschlussrechte verfallen drei Jahre nach der Abmeldung, danach wird es teuer. Eine „vorübergehende Abmeldung“ gibt es in Spanien nicht. Abmelden oder Leistung senken – die Rechnung.

Wann sich Abmelden tatsächlich rechnet

Die Rechnung ist einfacher, als sie klingt. Vergleichen Sie die jährlichen Fixkosten aus der Tabelle oben mit den Kosten einer Wiederanmeldung. Beim Wiederanschluss werden Anschlussrechte fällig – Streckenrechte und Zugangsrechte je Kilowatt plus eine feste Anschlussgebühr. Die in Sekundärquellen genannten Einheitssätze liegen bei 17,37 € je kW Streckenrecht und 19,70 € je kW Zugangsrecht zuzüglich 9,04 € Anschlussgebühr; die für 2026 gültige Verordnung konnten wir nicht abschließend verifizieren, weshalb Sie diese Beträge als Größenordnung und nicht als Zusage lesen sollten.

  • Leerstand unter einem Jahr: Leistung senken, Vertrag behalten. Abmelden lohnt praktisch nie.
  • Ein bis drei Jahre: Rechnen. Die Anschlussrechte bleiben drei Jahre bestehen, eine Wiederanmeldung ist in dieser Frist der einfachere Weg.
  • Über drei Jahre: Die Rechte verfallen. Eine Wiederanmeldung wird dann wie ein Neuanschluss behandelt – deutlich teurer und aufwendiger.
  • Verkaufsabsicht: Ein abgemeldeter Anschluss ist beim Verkauf ein Nachteil. Käufer und Notare erwarten einen laufenden Vertrag mit gültiger CUPS-Nummer.
Kostenloser KI-Check

Zahlen Sie zu viel für Leistung, die Sie nie brauchen?

Die vertraglich vereinbarte Leistung (potencia contratada) läuft in Spanien 365 Tage im Jahr weiter — auch wenn das Haus leer steht. Unsere KI liest Ihre Rechnung und sagt Ihnen in wenigen Minuten, welche kW-Stufe wirklich zu Ihrem Haushalt passt.

Was kostet ein leer stehendes Haus in Spanien im Jahr an Strom?
Für ein Reihenhaus mit 4,6 kW vereinbarter Leistung und geringer Grundlast rund 342 € im Jahr, wenn man nur die regulierten Bestandteile und die aktuellen Steuersätze rechnet. Ein Apartment mit 3,45 kW und abgeschaltetem Kühlschrank liegt bei rund 186 €, ein Chalet mit Pool und 6,9 kW bei rund 670 €. Anbietermargen und Zusatzdienste kommen hinzu.
Kann ich den Strom im Winter einfach abmelden?
Sie können, aber es lohnt selten. Eine „vorübergehende Abmeldung“ kennt das spanische System nicht: Es gibt nur Abmeldung und Neuanmeldung. Die Anschlussrechte bleiben drei Jahre erhalten. Bei Leerstand unter einem Jahr ist eine Absenkung der Leistung fast immer die bessere Lösung.
Warum bekomme ich eine Rechnung, obwohl der Zähler bei null steht?
Weil Leistungspreis, Zählermiete und die darauf entfallenden Steuern verbrauchsunabhängig anfallen. Der Leistungspreis wird für jeden Kalendertag berechnet, die Zählermiete für jeden Monat. Ein Nullverbrauch führt zu einer kleineren, aber nie zu einer leeren Rechnung.
Wie stark darf ich die Leistung absenken?
So weit, dass alle Geräte, die gleichzeitig laufen sollen, unter der Grenze bleiben. Bei Zählern mit Fernauslesung sind bis 15 kW Schritte von 0,1 kW möglich, nicht nur die bekannten Normstufen. Wird die Grenze überschritten, schaltet der Begrenzer ab – eine Geldstrafe gibt es im Haushaltstarif 2.0TD nicht.
Muss ich auch den Gasvertrag beachten?
Ja. Ein Erdgasvertrag im regulierten Tarif TUR.2 kostet 8,11 € Fixbetrag im Monat, also 97,32 € im Jahr, selbst ohne jeden Verbrauch. Wer Gas nur zum Kochen braucht und selten da ist, ist mit Butanflaschen oft besser bedient.
Ist es sinnvoll, für ein leeres Haus Photovoltaik zu installieren?
Meist nicht über den Eigenverbrauch. Ein leeres Haus verbraucht mittags kaum etwas, der Überschuss wird eingespeist und deutlich schlechter vergütet als selbst genutzter Strom. Außerdem darf die Gutschrift den Energieanteil der Monatsrechnung nicht übersteigen: Ein Guthaben verfällt, den Leistungspreis senkt sie nie.

Quellen

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.

  1. CNMC – Resolución RAP/DE/009/25: Netzentgelte 2026
  2. BOE – Orden TED/1524/2025: Umlagen (cargos) 2026
  3. Consumo Responde (Junta de Andalucía) – Abrechnung der Stromversorgung
  4. OCU – Strompreisentwicklung und durchschnittliche Rechnung 2026
  5. BOE – Real Decreto 88/2026: Reglement für Versorgung und Vertrieb