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Gasprüfung in Spanien: Pflicht alle fünf Jahre — und der falsche Prüfer an der Tür

Jede leitungsgebundene Gasinstallation in Spanien muss alle fünf Jahre geprüft werden. Die echte Prüfung wird vom Netzbetreiber rund drei Monate vorher angekündigt und über die Gasrechnung abgerechnet — niemals bar an der Haustür. Genau daran hängt eine der häufigsten Betrugsmaschen des Landes, und ausländische Eigentümer sind das bevorzugte Ziel. Hier stehen der reguläre Ablauf, die Kosten und die sechs Warnzeichen.

· Wie wir recherchieren

Zwei Prüfungen, die ständig verwechselt werden

Wer in Spanien Gas hat, muss zwei verschiedene Termine auseinanderhalten. Die Verwechslung ist der Einstieg für den Betrug — der falsche Prüfer setzt genau auf diese Unklarheit.

Installationsprüfung und Kesselwartung im Vergleich
Prüfung der Installation (Leitungsgas)Wartung der Therme oder des Kessels
Turnusalle 5 Jahrealle 2 Jahre
Wer veranlasst sieDer Netzbetreiber (Nedgia, Redexis, Madrileña Red de Gas …)Der Nutzer selbst
Wer führt sie ausTechniker des Netzbetreibers oder ein zugelassener Installationsbetrieb Ihrer WahlEin zugelassener Wartungsbetrieb
Wie bezahlt wirdüber die Gasrechnung, nie in bar vor Ortdirekt an den Betrieb
Pflichtjaja

Auch fest verrohrte Butan- und Propananlagen müssen alle fünf Jahre geprüft werden. Dort beauftragt und bezahlt der Verbraucher den zugelassenen Betrieb allerdings selbst — es gibt keine Rechnung eines Netzbetreibers, auf der das erscheinen könnte. Mehr zu Flaschengas und Propan.

Als normative Grundlage werden üblicherweise das Reglamento técnico de distribución y utilización de combustibles gaseosos (Real Decreto 919/2006) mit seinen ITC-ICG sowie das Real Decreto 984/2015 genannt. Die genaue Fundstelle sollten Sie sich vom Netzbetreiber bestätigen lassen; an Frist und Ablauf ändert das nichts.

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Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung

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So läuft die echte Prüfung ab

  1. 1

    Ankündigung, rund drei Monate vorher

    Der Netzbetreiber informiert Sie schriftlich. Ab diesem Moment entscheiden Sie, wer die Prüfung durchführt.

  2. 2

    Sie wählen: Netzbetreiber oder eigener Installateur

    Sie können den Techniker des Netzbetreibers kommen lassen oder auf eigene Rechnung einen zugelassenen Installationsbetrieb beauftragen. Im zweiten Fall müssen Sie das dem Netzbetreiber mitteilen — sonst läuft das Verfahren weiter.

  3. 3

    Terminvereinbarung mit mindestens fünf Tagen Vorlauf

    Melden Sie sich nicht, setzt der Netzbetreiber einen Termin an und kündigt ihn mit mindestens fünf Tagen Vorlauf an. Eine Prüfung ohne jede Ankündigung gibt es nicht.

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    Die Prüfung selbst

    Kontrolliert werden Zähler, Rohrleitungen und Absperrhähne, Dichtungen und Schläuche, die Anschlüsse der Geräte, der Gasdruck, die Belüftung des Raums sowie Verbrennung und Abgasführung von Kochfeld, Therme und Kessel.

  5. 5

    Zertifikat und Abrechnung

    Sie erhalten ein Prüfzertifikat. Der Betrag erscheint auf der nächsten Gasrechnung. Bei Nedgia ist dafür unter anderem eine Verwaltungspauschale von 15,49 € ausgewiesen; der eigentliche Prüfbetrag unterscheidet sich je nach Region und Netzbetreiber. Lassen Sie sich die Gesamtsumme vorher nennen, statt sich auf Beträge zu verlassen, die im Netz kursieren.

Was passiert, wenn etwas beanstandet wird

Leichte Beanstandung (anomalía secundaria)
Sie haben 15 Tage Zeit, den Mangel zu beheben und eine erneute Überprüfung zu beantragen. Typische Fälle: abgelaufener Schlauch, fehlende Lüftungsöffnung, lose Verschraubung.
Schwere Beanstandung (anomalía principal)
Die Installation oder das betroffene Gerät wird sofort versiegelt (precintado) und bleibt es, bis der Mangel behoben ist. Das ist keine Strafe, sondern Gefahrenabwehr.
Verweigerung der Prüfung
Der Netzbetreiber meldet das der zuständigen Stelle der autonomen Region und kann die Versorgung aussetzen. Die Prüfung abzulehnen ist also keine Option — wohl aber, selbst einen zugelassenen Betrieb zu beauftragen.

Der falsche Gasprüfer: sechs Warnzeichen

Die Masche ist seit Jahren dieselbe: Angebliche Mitarbeiter von „Dienstleistungsfirmen“ erscheinen in Uniform und mit gefälschtem Ausweis, berufen sich auf ein großes Gas- oder Stromunternehmen, behaupten, die Anlage müsse dringend geprüft werden, „sonst wird die Versorgung abgestellt“, und kassieren bar ein Vielfaches des echten Preises — für eine Prüfung, für die sie nicht zuständig sind. Die OCU dokumentiert das seit Langem.

Die sechs typischen Erkennungsmerkmale eines falschen Gasprüfers
WarnzeichenWarum das nicht echt sein kann
Besuch ohne vorherige AnkündigungDer Netzbetreiber kündigt drei Monate vorher an und vereinbart den Termin mit fünf Tagen Vorlauf
Verlangt Barzahlung vor OrtDie echte Prüfung wird über die Gasrechnung abgerechnet. Ein Techniker kassiert nie in der Wohnung
Droht mit Abschaltung noch am selben TagEine Unterbrechung setzt eine schwere Beanstandung oder eine förmliche Verweigerung voraus — mit Verfahren
„Ihre Nachbarn haben es schon machen lassen“Klassischer Gruppendruck, ein Standardmuster im Haustürbetrug
Will in andere Räume oder fasst persönliche Gegenstände anHier geht es nicht mehr nur um Geld, sondern um Diebstahl
Kann den Namen des Netzbetreibers nicht nennenEin echter Techniker arbeitet für Nedgia, Redexis, Nortegas oder Madrileña Red de Gas und sagt das auch

Quellen: OCU und Nedgia. Nedgia formuliert es unmissverständlich: Lassen Sie niemanden herein, der sich nicht ordnungsgemäß ausweist.

Was Sie in der Situation tun

  1. Nicht öffnen. Ausweis durch den Türspion zeigen lassen, Namen und Firma notieren.
  2. Selbst anrufen — beim Netzbetreiber, dessen Nummer auf Ihrer Gasrechnung steht, nicht unter der Nummer, die der Besucher nennt. Nedgia 900 750 750, Redexis 900 924 622.
  3. Steht die Person bereits in der Wohnung: klar sagen, dass Sie nur den Besuch quittieren, keine Zusatzleistung beauftragen und nicht in bar zahlen.
  4. Nichts unterschreiben, was Sie nicht vollständig verstehen. Bitten Sie um ein Dokument auf Papier und um Bedenkzeit — ein echter Techniker hat damit kein Problem.
  5. Bei Bedrohung oder wenn die Person nicht gehen will: 112.

Warum ausländische Eigentümer das bevorzugte Ziel sind

Es liegt nicht an der Naivität, sondern an der Struktur. Vier Faktoren treffen bei deutschsprachigen Eigentümern zusammen, und Betrüger kennen sie genau:

  • Sprache. Ein Gespräch an der Tür auf Spanisch, mit technischen Begriffen und unter Zeitdruck, lässt sich kaum prüfen. Wer unsicher ist, zahlt eher, um den Vorgang zu beenden.
  • Unkenntnis des Verfahrens. In Deutschland ist der Schornsteinfeger eine vertraute, hoheitlich wirkende Instanz. Dass jemand „von Amts wegen“ zur Gasprüfung erscheint und dafür Geld verlangt, wirkt deshalb plausibel — in Spanien ist es das nicht.
  • Abwesenheit. Bei Zweitwohnsitzen liegt die Ankündigung monatelang im Briefkasten, während niemand da ist. Bei der Ankunft ist unklar, was offen ist.
  • Angst vor der Abschaltung. Wer aus der Ferne keine Behörde erreicht, stimmt vorsorglich zu.

Wenn Sie schon bezahlt haben

Das ist unangenehm, aber nicht aussichtslos. Handeln Sie in dieser Reihenfolge:

  1. Anzeige erstatten bei Policía Nacional oder Guardia Civil, mit allem, was Sie haben: Quittung, Formular, Firmenname, Uhrzeit, Beschreibung. Erst die Anzeigen ergeben das Muster.
  2. Bank informieren, falls Sie mit Karte gezahlt oder eine Lastschrift erteilt haben. Eine nicht autorisierte Lastschrift lässt sich in Spanien innerhalb der gesetzlichen Fristen zurückholen.
  3. Beim Netzbetreiber melden. Die Unternehmen sammeln diese Meldungen und warnen andere Kunden in der betroffenen Zone.
  4. Verbraucherbeschwerde einreichen — über das amtliche Beschwerdeformular (hoja de reclamaciones) und, wenn die Firma teilnimmt, über die Verbraucherschlichtung. Sie ist kostenlos, und Verbraucher setzen sich dort in rund 80 % der Fälle durch.
  5. Prüfen Sie, ob auf Ihrem Namen ein untergeschobener Vertrag läuft. Das Vorgehen dagegen beschreiben wir unter Betrug und untergeschobene Verträge.

Zur Einordnung: Der falsche Gasprüfer hat weder mit Ihrem Netzbetreiber noch mit Ihrem Gasanbieter zu tun — beide sind ebenfalls Geschädigte, weil ihr Name missbraucht wird. Die Pflichtprüfung bleibt davon unberührt; wie sie geordnet abläuft, steht oben und in der Übersicht zu Gas in Spanien. Die regulierten Referenzpreise finden Sie unter TUR-Tarife.

Im Notfall

Strom weg? Das ist die richtige Nummer

Störungen meldet man nie beim Stromanbieter, sondern beim Netzbetreiber der Region. Auf Mallorca, Ibiza, Menorca und den Kanaren ist das e-distribución (Endesa).

Wie oft muss die Gasanlage in Spanien geprüft werden?
Die Installation muss alle fünf Jahre geprüft werden, veranlasst durch den Netzbetreiber. Die Therme oder der Kessel muss zusätzlich alle zwei Jahre gewartet werden; darum kümmert sich der Nutzer selbst. Auch fest verrohrte Butan- und Propananlagen fallen unter die Fünfjahresfrist, dort beauftragt und bezahlt der Verbraucher den zugelassenen Betrieb direkt.
Was kostet die Gasprüfung in Spanien?
Bei Nedgia ist eine Verwaltungspauschale von 15,49 € ausgewiesen; der eigentliche Prüfbetrag unterscheidet sich je nach Region und Netzbetreiber und wird über die nächste Gasrechnung abgerechnet. Beauftragen Sie selbst einen zugelassenen Installationsbetrieb, ist der Preis frei verhandelbar. Verlässliche Gesamtbeträge nennt Ihnen nur Ihr Netzbetreiber.
Muss ich den Gasprüfer in die Wohnung lassen?
Die Prüfung selbst ist Pflicht, aber Sie können wählen, wer sie durchführt: der Techniker des Netzbetreibers oder ein zugelassener Betrieb Ihrer Wahl, den Sie dem Netzbetreiber melden. Wer die Prüfung ganz verweigert, wird der zuständigen Regionalbehörde gemeldet und riskiert die Unterbrechung der Versorgung. Eine Person ohne angekündigten Termin müssen Sie dagegen nie hereinlassen.
Woran erkenne ich einen falschen Gasprüfer?
An zwei Dingen vor allen anderen: Er kommt unangekündigt, und er will bar kassieren. Die echte Prüfung wird drei Monate vorher angekündigt, der Termin mit mindestens fünf Tagen Vorlauf vereinbart und über die Gasrechnung abgerechnet. Weitere Hinweise: Drohung mit sofortiger Abschaltung, Hinweis auf angeblich bereits geprüfte Nachbarn und die Unfähigkeit, den Namen des Netzbetreibers zu nennen.
Was tun, wenn ich einem falschen Gasprüfer schon Geld gegeben habe?
Anzeige bei Policía Nacional oder Guardia Civil erstatten und alle Unterlagen mitnehmen. Bei Karten- oder Lastschriftzahlung sofort die Bank informieren, den Vorfall dem Netzbetreiber melden, eine Verbraucherbeschwerde einreichen und gegebenenfalls die kostenlose Schlichtung nutzen.
Wird die Gasprüfung auf der Rechnung ausgewiesen?
Ja. Bei leitungsgebundenem Gas erscheint der Betrag auf der nächsten Gasrechnung, gegebenenfalls aufgeteilt in Verwaltungspauschale und Prüfbetrag. Dass der Posten auf der Rechnung steht, ist das entscheidende Unterscheidungsmerkmal zur Betrugsmasche — dort wird immer vor Ort kassiert.

Quellen

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.

  1. Nedgia — Revisión del gas natural: Ablauf, Fristen und Verwaltungsgebühr
  2. OCU — Revisiones de gas: atento a los fraudes
  3. CNMC — Consumidores de gas: Rechte der Verbraucher gegenüber Netzbetreiber und Anbieter
  4. Nedgia — Costes asociados a la contratación de gas