# Mehrwertsteuer, Stromsteuer und IGIC auf der spanischen Stromrechnung

> Auf jede spanische Stromrechnung kommen zwei Steuern: die Stromsteuer (_impuesto especial sobre la electricidad_) mit 5,11269632 % und die Mehrwertsteuer mit 21 %. Beide gelten seit dem 1. Juni 2026 wieder in voller Höhe; die Ermäßigung auf 10 % und 0,5 % lief nur vom 22. März bis zum 31. Mai 2026. Auf den Kanaren zahlen Haushalte stattdessen 0 % IGIC – auf den Balearen dagegen die vollen 21 %.

Quelle: https://strom-in-spanien.de/strompreis-spanien/steuern/ · Stand: 15. September 2026 · Sprache: Deutsch
Herausgeber: Strom in Spanien — unabhängiges Informationsportal über Strom und Gas in Spanien für deutschsprachige Eigentümer und Residenten.

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> **Der wichtigste Punkt zuerst** Sehr viele spanische und deutschsprachige Seiten nennen bis heute eine Mehrwertsteuer von 10 % und eine Stromsteuer von 0,5 %. Das war die Lage zwischen dem **22. März und dem 31. Mai 2026**. Seit dem **1. Juni 2026** gelten wieder 21 % und 5,11269632 %. Wer mit den alten Sätzen kalkuliert, unterschätzt seine Rechnung um gut ein Achtel.

## Die beiden Steuern und ihre Bemessungsgrundlagen

Entscheidend ist nicht nur der Satz, sondern worauf er angewendet wird. Die Reihenfolge ist gesetzlich festgelegt, und sie führt dazu, dass in Spanien Steuer auf Steuer erhoben wird.

**Stromsteuer (_impuesto especial sobre la electricidad_, IEE)** — **5,11269632 %**, berechnet auf die Summe aus Leistungspreis und Arbeitspreis. **Nicht** in der Bemessungsgrundlage enthalten sind die Zählermiete und etwaige Zusatzdienste. Rechtsgrundlage ist das Gesetz 38/1992. Die Steuer wird im gesamten Staatsgebiet erhoben, auch auf den Kanaren.
**Mehrwertsteuer (_IVA_)** — **21 %**, berechnet auf alles Vorstehende – Leistungspreis, Arbeitspreis, Zählermiete, Zusatzdienste _und_ die zuvor berechnete Stromsteuer. Rechtsgrundlage ist das Gesetz 37/1992.
**IGIC (Kanarische Inseln)** — Tritt an die Stelle der Mehrwertsteuer. Für Haushalte und kleine Unternehmen beträgt der Satz seit 2019 **0 %**, für Großunternehmen 3 %. Nach Angaben des kanarischen Rundfunks RTVC werden rund 96 % der kanarischen Verbraucher mit 0 % besteuert.
**IPSI (Ceuta und Melilla)** — In beiden Städten tritt das IPSI an die Stelle der Mehrwertsteuer. Den für Strom geltenden Satz im Jahr 2026 konnten wir nicht verifizieren und nennen deshalb bewusst keine Zahl. Erfragen Sie ihn bei Ihrem Anbieter oder der örtlichen Steuerverwaltung.

## Eine vollständige Beispielrechnung

Gerechnet wird ein Monat mit 30 Tagen, 4,6 kW vereinbarter Leistung und 250 kWh Verbrauch. Für den Leistungspreis setzen wir nur den regulierten Anteil an, für den Arbeitspreis den PVPC-Jahresdurchschnitt 2026 von 0,1468 €/kWh. Ein realer Vertrag im freien Markt enthält zusätzlich die Marge des Anbieters – an der Rechenlogik der Steuern ändert das nichts.

| Schritt | Rechnung | Betrag |
| --- | --- | --- |
| Leistungspreis P1 | 4,6 kW × 27,704413 €/kW·Jahr ÷ 365 × 30 Tage | 10,47 € |
| Leistungspreis P2 | 4,6 kW × 0,725423 €/kW·Jahr ÷ 365 × 30 Tage | 0,27 € |
| Arbeitspreis | 250 kWh × 0,1468 €/kWh | 36,70 € |
| **Bemessungsgrundlage Stromsteuer** | Leistung + Arbeit | **47,45 €** |
| Stromsteuer | 47,45 € × 5,11269632 % | 2,43 € |
| Zählermiete | einphasiger Zähler mit Fernauslesung | 0,81 € |
| **Bemessungsgrundlage Mehrwertsteuer** | Leistung + Arbeit + Stromsteuer + Zählermiete | **50,69 €** |
| Mehrwertsteuer | 50,69 € × 21 % | 10,64 € |
| **Rechnungsbetrag** |  | **61,33 €** |

_Auf die Stromsteuer von 2,43 € entfallen dabei noch einmal 0,51 € Mehrwertsteuer. Das ist die spanische Steuer-auf-Steuer-Konstruktion, über die sich Verbraucherverbände seit Jahren beschweren._

Zum Vergleich: Mit den ermäßigten Sätzen des Frühjahrs 2026 – Stromsteuer 0,5 % und Mehrwertsteuer 10 % – hätte dieselbe Rechnung **53,35 €** betragen. Die Differenz von knapp **8 € im Monat** ist der Grund, warum veraltete Rechner und Blogbeiträge hier so gefährlich sind. [Eine echte Rechnung Zeile für Zeile übersetzt](https://strom-in-spanien.de/stromrechnung-spanien/musterrechnung/).

## Die Chronologie des Jahres 2026

Die spanische Stromsteuer hat sich 2026 innerhalb von sechs Monaten zweimal geändert. Der Grund ist eine Besonderheit des Dekrets RDL 7/2026 vom 20. März 2026: Die Ermäßigung war von vornherein an eine Inflationsbedingung gekoppelt und schaltete sich selbst ab.

| Zeitraum 2026 | Stromsteuer | Mehrwertsteuer | Grundlage |
| --- | --- | --- | --- |
| 1. Januar bis 21. März | 5,11269632 % | 21 % | Regelsätze |
| **22. März bis 31. Mai** | **0,5 %** | **10 %** | RDL 7/2026 – Ermäßigung für Verträge unter 10 kW sowie für besonders schutzbedürftige Haushalte |
| **seit 1. Juni** | **5,11269632 %** | **21 %** | Automatische Abschaltung: Der Strompreisindex im April lag nicht mehr als 15 % über dem Vorjahreswert |
| August und September | 5,11269632 % | 21 % | Eine mögliche Reaktivierung nach RDL 18/2026 trat nicht ein, weil die Bedingung nicht erfüllt war |

_Quellen: Mitteilungen der spanischen Steuerverwaltung AEAT vom 23. März 2026 und vom 1. September 2026._

> **Ein Detail, das kaum jemand kennt** Das Gesetz 38/1992 sieht für die Stromsteuer Mindestbeträge vor – nach den vorliegenden Quellen 0,5 € je Megawattstunde für gewerbliche und 1 € je Megawattstunde für sonstige Verwendungen –, die greifen, wenn der Prozentsatz darunter bliebe. In den Monaten mit dem ermäßigten Satz von 0,5 % zahlten viele Haushalte deshalb faktisch den Mindestbetrag und nicht die angekündigten 0,5 %. Die Entlastung fiel geringer aus als kommuniziert. Den für 2026 geltenden Wortlaut dieser Mindestbeträge konnten wir nicht abschließend prüfen.

## Kanaren, Balearen, Ceuta und Melilla

Die regulierten Preisbestandteile sind in ganz Spanien gleich. Unterschiedlich ist allein die Verbrauchsbesteuerung – und der Unterschied ist erheblich.

| Gebiet | Umsatzsteuer auf Strom | Stromsteuer | Praktische Folge |
| --- | --- | --- | --- |
| Festland | 21 % IVA | 5,11269632 % | Vollständige Belastung |
| **Balearen** | **21 % IVA** | 5,11269632 % | Kein Sonderstatus. Mallorca, Ibiza und Menorca werden wie das Festland besteuert |
| **Kanaren** | **0 % IGIC** für Haushalte und kleine Unternehmen (3 % für Großunternehmen) | 5,11269632 % | Rund ein Sechstel weniger auf der Rechnung |
| Ceuta und Melilla | IPSI statt IVA – Satz für Strom nicht verifiziert | 5,11269632 % | Beim Anbieter erfragen |

_Der IGIC-Satz von 0 % gilt seit 2019. Welche kanarische Norm ihn festlegt und ob eine Leistungsgrenze gilt, konnten wir nicht abschließend verifizieren – die Angabe stützt sich auf Berichte des kanarischen Rundfunks RTVC._

Was das in Euro bedeutet, zeigt die Beispielrechnung oben: Die Monatsrechnung von 61,33 € auf dem Festland sinkt auf den Kanaren auf **50,69 €**. Das sind 10,64 € im Monat oder rund **128 € im Jahr** – bei einem durchschnittlichen Haushalt. Für ein leer stehendes Haus fällt der Vorteil absolut kleiner aus, prozentual aber genauso hoch. [Kostenrechnung für ungenutzte Häuser](https://strom-in-spanien.de/strompreis-spanien/kosten-leerstehendes-haus/), [Besonderheiten auf Teneriffa](https://strom-in-spanien.de/regionen/teneriffa/).

> **Für Eigentümer auf Mallorca und Ibiza** Die Annahme, Inseln hätten generell einen steuerlichen Sonderstatus, ist der häufigste Irrtum unter deutschsprachigen Eigentümern auf den Balearen. Es gibt keinen: Auf Strom gelten dort die vollen 21 % Mehrwertsteuer. Der Sonderstatus betrifft ausschließlich die Kanaren.

## Was Sie an der Steuerlast ändern können

Direkt nichts – die Sätze sind gesetzlich festgelegt und bei jedem Anbieter gleich. Indirekt schon, denn beide Steuern sind Prozentsätze auf die übrigen Positionen. Jeder Euro, den Sie beim Leistungspreis oder beim Verbrauch einsparen, senkt automatisch auch die Steuer.

- Eine um 1 kW niedrigere vereinbarte Leistung senkt die Bemessungsgrundlage um 28,43 € im Jahr und die Steuerlast entsprechend mit.
- Nicht bestellte Zusatzdienste kosten doppelt: Sie erhöhen auch die Mehrwertsteuer. In der Bemessungsgrundlage der Stromsteuer stecken sie dagegen nicht.
- Der Sozialrabatt _bono social_ senkt den Energiepreis um 42,5 % oder 57,5 % – und damit auch beide Steuern. Er gilt nur für den Erstwohnsitz im PVPC-Tarif. [Voraussetzungen prüfen](https://strom-in-spanien.de/stromrechnung-spanien/bono-social/).
- Prüfen Sie auf der Rechnung, ob die Zählermiete tatsächlich außerhalb der Bemessungsgrundlage der Stromsteuer steht. Fehler in dieser Reihenfolge kommen vor und sind reklamierbar.
- Wer auf den Kanaren wohnt und auf der Rechnung 21 % Mehrwertsteuer statt IGIC 0 % findet, sollte sofort widersprechen. [Aufbau der Rechnung nachvollziehen](https://strom-in-spanien.de/strompreis-spanien/).

### Wie hoch ist die Mehrwertsteuer auf Strom in Spanien 2026?

Seit dem 1. Juni 2026 wieder 21 %. Vom 22. März bis zum 31. Mai 2026 galten vorübergehend 10 % für Verträge mit weniger als 10 kW und für besonders schutzbedürftige Haushalte. Diese Ermäßigung ist ausgelaufen, wird aber auf vielen Seiten weiterhin genannt.

### Was ist der impuesto eléctrico und wie hoch ist er?

Die spanische Stromsteuer. Sie beträgt seit dem 1. Juni 2026 wieder 5,11269632 % und wird auf die Summe aus Leistungspreis und Arbeitspreis berechnet – also vor der Zählermiete und vor der Mehrwertsteuer. Auf der Rechnung steht sie meist als _Impuesto especial sobre la electricidad_.

### Zahle ich auf den Kanaren wirklich keine Mehrwertsteuer auf Strom?

Für Haushalte und kleine Unternehmen gilt seit 2019 ein IGIC-Satz von 0 %. Die Stromsteuer von 5,11269632 % fällt dagegen auch auf den Kanaren an. In unserer Beispielrechnung spart ein Durchschnittshaushalt dadurch rund 128 € im Jahr.

### Gilt auf Mallorca ein ermäßigter Steuersatz?

Nein. Die Balearen haben in diesem Punkt keinen Sonderstatus und werden mit den vollen 21 % Mehrwertsteuer besteuert, genau wie das Festland.

### Auf welcher Grundlage wird die Mehrwertsteuer berechnet?

Auf allem: Leistungspreis, Arbeitspreis, Zählermiete, Zusatzdienste und zusätzlich auf die bereits berechnete Stromsteuer. In der Beispielrechnung oben entfallen allein auf die Stromsteuer noch einmal 0,51 € Mehrwertsteuer.

### Kommen die ermäßigten Steuersätze zurück?

Das hängt an einer Bedingung, nicht an einer politischen Entscheidung im Einzelfall. Die Ermäßigung des RDL 7/2026 reaktiviert sich nur, wenn der Strompreisindex einen bestimmten Abstand zum Vorjahr überschreitet. Im August und September 2026 war das nicht der Fall. Kalkulieren Sie deshalb mit den vollen Sätzen.

## Quellen

- [AEAT – Steuerliche Maßnahmen des RDL 7/2026 (Mehrwertsteuer)](https://sede.agenciatributaria.gob.es/Sede/iva/novedades-iva/novedades-normativa-2026/real-decreto-ley-7-2026-marzo.html)
- [AEAT – Neuerungen bei Sonder- und Umweltsteuern (Stromsteuer 2026)](https://sede.agenciatributaria.gob.es/Sede/impuestos-especiales-medioambientales/novedades.html)
- [AEAT – Steuerliche Maßnahmen gegen die Energiekrise](https://sede.agenciatributaria.gob.es/Sede/impuestos-especiales-medioambientales/impuesto-especial-sobre-electricidad/medidas-tributarias-combatir-crisis-energetica-medio.html)
- [CNMC – Resolución RAP/DE/009/25: Netzentgelte 2026](https://www.cnmc.es/sites/default/files/6331866.pdf)
- [REE/Redeia – Aufschlüsselung einer PVPC-Musterrechnung](https://www.sistemaelectrico-ree.es/en/spanish-electricity-system/markets/voluntary-price-for-small-consumers)
