Was potencia contratada bedeutet — und was nicht
In Deutschland zahlt ein Haushalt einen Grundpreis und einen Arbeitspreis; wie viel Leistung er gleichzeitig zieht, interessiert die Abrechnung nicht — den vollständigen Preisvergleich Spanien–Deutschland haben wir getrennt aufgeschlüsselt. In Spanien ist das anders. Sie vereinbaren eine Obergrenze in Kilowatt, und zwei Dinge hängen daran: Erstens kostet jedes Kilowatt Geld, jeden Tag. Zweitens schaltet der Anschluss ab, sobald Sie die Grenze überschreiten.
Die Leistung hat nichts mit Ihrem Verbrauch zu tun. Ein Haus, das elf Monate leer steht, zahlt denselben Leistungspreis wie ein dauerhaft bewohntes mit identischer kW-Stufe. Deshalb ist es für Eigentümer eines Zweitwohnsitzes die einzige Größe, die sich wirklich lohnt zu optimieren — der Verbrauch ist ohnehin niedrig.
Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung
Laden Sie eine beliebige spanische Stromrechnung hoch. Der Vergleichsrechner von Lead EnergIA rechnet Ihren echten Verbrauch gegen die aktuellen Tarife und zeigt, was ein anderer Vertrag gekostet hätte — auf Deutsch, ohne Anruf, ohne Verpflichtung. Auch dann, wenn das Ergebnis lautet: bleiben.
Wie die benötigte Leistung berechnet wird
Die in Spanien übliche Formel klingt simpler, als sie ist, und sie funktioniert erstaunlich gut:
Empfohlene Leistung = (Summe der Anschlussleistungen aller Geräte × Gleichzeitigkeitsfaktor) + 1 kW
Gängige Auslegungsregel für Haushaltsanschlüsse
Der Gleichzeitigkeitsfaktor (factor de simultaneidad) bildet ab, dass nie alles gleichzeitig läuft. Für einen Haushalt liegt er üblicherweise zwischen 0,25 und 0,30. Wer viel gleichzeitig betreibt — mehrere Klimageräte, Induktion und Backofen zur gleichen Zeit — rechnet mit dem oberen Wert, ein sparsamer Zwei-Personen-Haushalt mit dem unteren. Der zusätzliche Kilowatt ist die Sicherheitsreserve.
| Gerät | Anschlussleistung |
|---|---|
| Kühl-/Gefrierkombination | 0,25 kW |
| Waschmaschine | 2,2 kW |
| Geschirrspüler | 2,2 kW |
| Backofen | 2,5 kW |
| Ceranfeld, zwei Zonen gleichzeitig | 3,5 kW |
| Klimasplitgerät | 1,5 kW |
| Elektrischer Warmwasserspeicher | 1,5 kW |
| Beleuchtung, Router, Kleingeräte | 0,5 kW |
| Summe | 14,15 kW |
Rechnung mit Faktor 0,30: 14,15 kW × 0,30 = 4,245 kW, plus 1 kW Reserve = 5,245 kW → nächste Stufe 5,75 kW. Mit Faktor 0,25: 14,15 × 0,25 = 3,5375 kW, plus 1 kW = 4,5375 kW → Stufe 4,6 kW. Die Wahrheit liegt meist dazwischen — und genau deshalb lohnt der Praxistest weiter unten.
Die normierten Stufen — und die unbekannte Ausnahme
Traditionell konnte man nicht jeden beliebigen Wert vereinbaren, sondern nur eine der normierten Stufen. Bei einphasigen Anschlüssen (230 V), also praktisch allen Wohnungen und den meisten Häusern, sind das:
1,15 · 2,3 · 3,45 · 4,6 · 5,75 · 6,9 · 8,05 · 9,2 · 10,35 · 11,5 · 14,49 kW
Bei dreiphasigen Anschlüssen (400 V) lauten die Stufen 3,464 · 6,928 · 10,392 · 13,856 · 17,321 · 20,785 · 24,249 kW. Auffällig ist der Abstand: Zwischen zwei Stufen liegen im einphasigen Netz jeweils 1,15 kW — ein ziemlich grober Raster, wenn man eigentlich nur ein halbes Kilowatt zu viel hat.
Was jede Stufe im Jahr kostet
Der regulierte Leistungsanteil beträgt 2026 im Tarif 2.0TD 27,704413 €/kW und Jahr in der Hochlastzeit P1 und zusätzlich 0,725423 €/kW und Jahr in der Schwachlastzeit P2 — zusammen 28,429836 € je Kilowatt. Darauf kommen 5,11269632 % Stromsteuer und 21 % Mehrwertsteuer. Die folgende Tabelle zeigt, was das für jede Stufe bedeutet, wenn der Anbieter keinen eigenen Aufschlag nimmt.
| Stufe | Reguliert, netto | Mit Steuern | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 2,3 kW | 65,39 €/Jahr | 83,17 €/Jahr | Kleine Wohnung, keine Klimaanlage |
| 3,45 kW | 98,08 €/Jahr | 124,75 €/Jahr | Apartment, Zwei-Personen-Haushalt |
| 4,6 kW | 130,78 €/Jahr | 166,33 €/Jahr | Spanischer Referenzhaushalt |
| 5,75 kW | 163,47 €/Jahr | 207,91 €/Jahr | Haus mit Klimaanlage |
| 6,9 kW | 196,17 €/Jahr | 249,50 €/Jahr | Größeres Haus, Wärmepumpe oder Wallbox |
| 8,05 kW | 228,86 €/Jahr | 291,08 €/Jahr | Chalet mit mehreren Klimageräten |
| 9,2 kW | 261,55 €/Jahr | 332,66 €/Jahr | Chalet mit Pool und Wärmepumpe |
| 10,35 kW | 294,25 €/Jahr | 374,24 €/Jahr | Großes Anwesen |
| 11,5 kW | 326,94 €/Jahr | 415,83 €/Jahr | Großes Anwesen mit Wallbox |
| 14,49 kW | 411,95 €/Jahr | 523,94 €/Jahr | Obergrenze des Haushaltstarifs 2.0TD |
Ein Schritt auf der Leiter — 1,15 kW — kostet mit Steuern rund 41,60 € im Jahr, ein einzelnes Kilowatt rund 36 €. Das ist die Untergrenze: Nimmt Ihr Anbieter einen Aufschlag auf den Leistungspreis, was im freien Markt üblich ist, liegt der reale Wert eher bei 45 € je kW und Jahr. Auf den Kanaren entfällt die Mehrwertsteuer, dort sind es rund 30 € je kW.
Zahlen Sie zu viel für Leistung, die Sie nie brauchen?
Die vertraglich vereinbarte Leistung (potencia contratada) läuft in Spanien 365 Tage im Jahr weiter — auch wenn das Haus leer steht. Unsere KI liest Ihre Rechnung und sagt Ihnen in wenigen Minuten, welche kW-Stufe wirklich zu Ihrem Haushalt passt.
Wenn der ICP abschaltet: was wirklich passiert
Der ICP (Interruptor de Control de Potencia) ist der Leistungsbegrenzer. Früher ein eigener kleiner Schalter im Sicherungskasten, heute in den digitalen Zähler integriert. Überschreiten Sie die vereinbarte Leistung, trennt er den Anschluss — sofort und vollständig.
- Die Abschaltung ist keine Strafe: Im Tarif 2.0TD gibt es bis 15 kW keinen Zuschlag für Leistungsüberschreitung. Es kostet nichts außer Ärger.
- Sie müssen von Hand wieder einschalten, im Sicherungskasten der Wohnung.
- Reduzieren Sie vorher die Last, sonst fällt der Anschluss sofort wieder aus.
- Der eigentliche Schaden ist indirekt: auftauender Gefrierschrank, abgestürzter Computer, Alarmanlage ohne Strom — besonders, wenn Sie nicht vor Ort sind.
Einen Maximeter (maxímetro), der Spitzen registriert und abrechnet, gibt es erst ab Tarif 3.0TD, also oberhalb von 15 kW. Für Wohnungen und Einfamilienhäuser ist er kein Thema — die entsprechenden Warnungen in vielen Ratgebern beziehen sich auf Gewerbeanschlüsse.
Welche Leistung zu welchem Haus passt
| Wohnungstyp | Übliche Leistung | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kleine Wohnung, 1–2 Personen, ohne Klimaanlage | 2,3 – 3,45 kW | Reicht, solange nicht elektrisch gekocht und geheizt wird |
| Mittlere Wohnung ohne Klimaanlage | 3,45 – 4,6 kW | Der häufigste Fall in spanischen Städten |
| Wohnung oder Haus mit Klimaanlage | 4,6 – 5,75 kW | Der Referenzhaushalt liegt bei 4,6 kW |
| Großes Haus oder Chalet mit hohem Verbrauch | ab 6 kW | Abhängig von Warmwasserbereitung und Kochfeld |
| Haus mit Wärmepumpe oder Wallbox | 6,9 – 8 kW und mehr | Beide Verbraucher laufen lange und gleichzeitig |
| Chalet mit Pool, Wärmepumpe und Klimatisierung | Einzelfallrechnung, oft über 9 kW | Hier lohnt eine Berechnung mit echten Gerätedaten |
Der spanische Durchschnitt liegt zwischen 3 und 5 kW. Wer als deutschsprachiger Eigentümer deutlich darüber liegt, sollte prüfen, ob das begründet ist — oder ob der Installateur seinerzeit nur großzügig war.
Warum Chalets mit Pool und Wärmepumpe wirklich mehr brauchen
Hier ist die hohe Leistung oft berechtigt, aber aus einem anderen Grund, als die meisten annehmen. Poolpumpe, Wärmepumpe und Klimatisierung sind keine Spitzenlastgeräte, sondern Dauerläufer: Sie ziehen über Stunden gleichzeitig Leistung, oft genau dann, wenn auch gekocht oder gewaschen wird. Der Gleichzeitigkeitsfaktor steigt damit deutlich über die üblichen 0,30.
Genau daraus ergibt sich aber auch die Sparmöglichkeit: Die Poolpumpe lässt sich über eine Zeitschaltuhr in die Nachtstunden legen. Das entlastet die Gleichzeitigkeit — und verschiebt den Verbrauch zugleich in die Schwachlastzeit P3, die im regulierten Anteil etwa 30-mal günstiger ist als die Hochlastzeit. In vielen Fällen erlaubt allein diese Umstellung eine Stufe weniger. Wie sich Wärmepumpen dabei verhalten, steht unter Wärmepumpe und Aerothermie in Spanien.
Die Leistung ändern: Kosten, Fristen, Fallstricke
Leistung senken
- Es fallen nur die derechos de enganche an: 9,04 € zuzüglich Mehrwertsteuer
- Die Ersparnis wirkt dauerhaft, Jahr für Jahr
- Keine technische Prüfung, kein Installateur, kein Termin vor Ort
- Bei einer Stufe entspricht das rund 41,60 € Ersparnis pro Jahr im regulierten Anteil
Leistung erhöhen
- Derechos de extensión 17,37 €/kW und derechos de acceso 19,70 €/kW auf die zusätzlichen Kilowatt
- Dazu die derechos de enganche von 9,04 €
- Bei Installationen, die älter als 20 Jahre sind, kann eine Prüfung verlangt werden
- Eine Erhöhung über die am Anschluss bestehenden Ausbaurechte hinaus ist nicht möglich
Wie finde ich heraus, wie viel Leistung ich wirklich brauche?
Was kostet es, wenn ich die Leistung senke?
Kann ich statt 4,6 kW auch 5,0 kW vereinbaren?
Wird es teuer, wenn der ICP häufiger auslöst?
Was bedeutet potencia bei zwei Werten auf der Rechnung?
Lohnt es sich, die Leistung im leeren Ferienhaus auf das Minimum zu senken?
Quellen
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.