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Strom in Spanien nach Region: was sich wirklich unterscheidet

Fünf Dinge ändern sich in Spanien tatsächlich von Region zu Region: der Netzbetreiber samt Störungsnummer, die Frage ob es überhaupt ein Erdgasnetz gibt, die Steuer auf der Rechnung (auf den Kanaren 0 % IGIC, auf den Balearen und am Festland 21 % Mehrwertsteuer), der Solarertrag und die Behörde, bei der Sie sich beschweren. Alles andere — Tarifstruktur, Zeitzonen, Netzentgelte, Verbraucherrechte — ist staatlich geregelt und überall identisch.

· Wie wir recherchieren

Was sich von Region zu Region ändert

Der spanische Strommarkt ist zentral reguliert, die Netze sind es nicht. Wer in Spanien eine Immobilie besitzt, merkt den Unterschied an fünf Stellen — und an keiner anderen. Alles, was Ihnen ein Anbieter als „regionale Besonderheit“ verkauft, lohnt einen zweiten Blick. Welche Netzgesellschaft hinter welchem Vertriebsnamen steht, sagen die sieben Anbieterprofile.

Der Netzbetreiber und seine Nummer
Die distribuidora betreibt Leitung und Zähler und behebt Störungen. Sie können sie sich nicht aussuchen, sie hängt an der Adresse. Auf den Balearen und Kanaren ist es e-distribución (Endesa-Gruppe), an der Costa Blanca meist i-DE (Iberdrola). Jede hat eine eigene Störungsnummer und ein eigenes Kundenportal.
Ob es überhaupt ein Erdgasnetz gibt
Auf den Kanaren existiert kein Erdgasnetz für Haushalte — auf keiner der acht Inseln. Auf Menorca praktisch ebenfalls nicht. Auf Mallorca und Ibiza gibt es Netz, aber nur in Teilen. An der Costa Blanca ist das Netz ausgedehnt. Wo kein Netz liegt, heizt und kocht man mit Flüssiggas oder Strom.
Die Steuer auf der Rechnung
Auf den Kanaren gilt statt der Mehrwertsteuer der IGIC, und der liegt für Haushalte bei 0 %. Auf den Balearen und am Festland sind es seit dem 1. Juni 2026 wieder volle 21 %. Das ist der größte einzelne Preisunterschied zwischen zwei spanischen Regionen.
Der Solarertrag
Zwischen Palma (1.598 kWh pro kWp und Jahr) und Santa Cruz de Tenerife (1.768 kWh) liegen gut 10 %. Wichtiger als die Summe ist aber der Jahresverlauf: die Balearen schwanken stark zwischen Sommer und Winter, die Kanaren kaum.
Beschwerdestelle und regionale Förderung
Energie-Beschwerden entscheidet nicht Madrid, sondern die Energiebehörde der autonomen Gemeinschaft — mit eigenen Fristen. Auch Solarförderprogramme sind regional und laufen in unterschiedlichen Zeitfenstern.
Tarifvergleich

Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung

Laden Sie eine beliebige spanische Stromrechnung hoch. Der Vergleichsrechner von Lead EnergIA rechnet Ihren echten Verbrauch gegen die aktuellen Tarife und zeigt, was ein anderer Vertrag gekostet hätte — auf Deutsch, ohne Anruf, ohne Verpflichtung. Auch dann, wenn das Ergebnis lautet: bleiben.

Die abgedeckten Regionen im Vergleich

Stand 15. September 2026
RegionNetzbetreiber · StörungErdgasnetzSteuer auf StromSolarertrag kWh/kWp·JahrEnergie-Beschwerdestelle
Mallorcae-distribución · 900 849 900teilweise: Palma, Inca, Manacor, Alcúdia21 % MwSt.1.598 (Palma)DG Economía Circular, Transición Energética i Canvi Climàtic — 6 Monate
Ibizae-distribución · 900 849 900teilweise21 % MwSt.Balearen-Profil, stark saisonalwie Mallorca
Menorcae-distribución · 900 849 900praktisch nein21 % MwSt.Balearen-Profilwie Mallorca
Teneriffae-distribución · 900 855 885neinIGIC 0 %1.768 (Santa Cruz)Servicio de Instalaciones Energéticas — 3 Monate
Gran Canariae-distribución · 900 855 885neinIGIC 0 %rund 1.614 (Las Palmas)wie Teneriffa
Costa Blancameist i-DE · 900 171 171ja, ausgedehnt21 % MwSt.keine eigene Messreihe im DossierEnergiebehörde der Comunitat Valenciana

Solarerträge: 1 kWp fest montiert, optimale Neigung, 14 % Systemverluste, PVGIS-Klimareihen 2005–2023, zitiert über CalculaSolar. Die Werte stammen aus einer Sekundärquelle und sollten vor einer Investitionsentscheidung direkt bei PVGIS nachgerechnet werden. Für die Comunitat Valenciana liegt uns keine geprüfte Ertragsmessreihe vor — wir veröffentlichen deshalb keine Zahl.

Was überall in Spanien gleich ist

Die meisten regionalen Mythen betreffen Dinge, die gar nicht regional sind. Die drei Zeitzonen des Standardtarifs 2.0TD gelten auf den Balearen und Kanaren genauso wie in Madrid: punta von 10 bis 14 und 18 bis 22 Uhr, llano von 8 bis 10, 14 bis 18 und 22 bis 24 Uhr, valle von 0 bis 8 Uhr sowie ganztägig samstags, sonntags und an landesweiten Feiertagen. Verschoben sind die Zeitfenster nur in Ceuta und Melilla. Wie Sie die Zeitzonen praktisch nutzen, steht unter P1, P2 und P3.

  • Netzentgelte und Umlagen sind staatlich: 27,704413 € pro kW und Jahr auf die vereinbarte Leistung, dazu 0,097553 / 0,029267 / 0,003292 € je kWh in P1 / P2 / P3. Identisch auf Mallorca, Teneriffa und in Alicante.
  • Die Stromsteuer (IEE) liegt seit dem 1. Juni 2026 wieder bei 5,11269632 % — landesweit, auch auf den Kanaren.
  • Ihre Rechte aus dem Königlichen Dekret 88/2026: Anbieterwechsel in zehn Werktagen, Antwort auf Beschwerden in 15 Werktagen, Leistungsänderung einmal in zwölf Monaten, Verbot unerbetener Werbeanrufe. Gilt in ganz Spanien.
  • Das Prinzip potencia: Sie zahlen für vereinbarte Leistung, nicht nur für Verbrauch — überall gleich. Siehe Leistung (potencia contratada).
  • Die Tarifwahl zwischen reguliertem PVPC und freiem Markt steht Ihnen in jeder Region offen: PVPC oder freier Markt.

Warum die Inseln technisch anders funktionieren

Die Balearen sind ein nicht-peninsulares Stromsystem (sistema eléctrico no peninsular), über die Unterseeverbindung Rómulo von Sagunt nach Mallorca an das Festland angebunden, mit weiteren Kabeln von Mallorca nach Menorca und über Ibiza nach Formentera. Die Kanaren sind dagegen sechs voneinander unabhängige Inselsysteme ohne jede Verbindung zum Festland: Gran Canaria, Teneriffa, Lanzarote–Fuerteventura, La Palma, La Gomera und El Hierro. Das erklärt, warum Ausfälle dort andere Ursachen haben können als in Deutschland und warum die Kanaren bei der Solarplanung ein eigener Fall sind. Es erklärt auch, warum beide Inselgruppen beim landesweiten Ausfall vom 28. April 2025 durchgehend Strom hatten — der Blackout und seine Lehren im Detail. Was im Ernstfall zu tun ist, steht unter Stromausfall in Spanien.

Im Notfall

Strom weg? Das ist die richtige Nummer

Störungen meldet man nie beim Stromanbieter, sondern beim Netzbetreiber der Region. Auf Mallorca, Ibiza, Menorca und den Kanaren ist das e-distribución (Endesa).

Die sechs Regionalseiten

Wenn Sie nicht wissen, welche Region für Sie gilt

Maßgeblich ist nicht die Postanschrift, sondern der Zählpunkt. Der 20- bis 22-stellige CUPS-Code auf jeder Rechnung beginnt mit einem Kürzel des Netzbetreibers und identifiziert Ihren Anschluss eindeutig. Wenn Sie in einem Ort wohnen, in dem eine kleine lokale Netzbetreiberin aktiv ist — davon gibt es in Spanien über 300 — steht das dort und nirgends sonst. Wie Sie den Code lesen, erklärt CUPS: der Zählpunkt-Code. Eine Übersicht aller großen Netzbetreiber finden Sie unter Netzbetreiber in Spanien. Taucht Ihr Ort auf keiner der sechs Regionalseiten auf, führt die Volltextsuche über alle Seiten und Fragen am schnellsten weiter.

Ist Strom auf Mallorca teurer als auf dem spanischen Festland?
Nicht wegen der Insellage. Netzentgelte, Umlagen und Stromsteuer sind landesweit gleich, und die Energiepreise am freien Markt ebenfalls. Teurer wird es nur dort, wo die vereinbarte Leistung zu hoch ist — und das ist auf Zweitwohnsitzen häufig der Fall.
Warum ist die Stromrechnung auf den Kanaren niedriger als auf den Balearen?
Wegen der Steuer. Auf den Kanaren gilt der IGIC, für Haushalte mit 0 %. Auf den Balearen gelten seit dem 1. Juni 2026 wieder 21 % Mehrwertsteuer. Bei gleichem Verbrauch macht das rund ein Achtel des Rechnungsbetrags aus.
Gibt es in ganz Spanien Erdgas?
Nein. Auf den Kanaren gibt es für Haushalte gar kein Erdgasnetz, auf Menorca praktisch keines, auf Mallorca und Ibiza nur in Teilen. Auch am Festland endet das Netz häufig am Ortsrand: verstreute Urbanisationen und Fincas werden mit Flaschengas, Tankgas oder Strom versorgt.
Gelten die günstigen Nachtstunden auf den Inseln zur selben Zeit?
Ja. Die Zeitfenster des Tarifs 2.0TD sind auf den Balearen und Kanaren identisch mit denen des Festlands. Verschoben sind sie ausschließlich in Ceuta und Melilla.
An welche Behörde richte ich eine Beschwerde über meine Stromrechnung?
Zuerst an den Anbieter, der binnen 15 Werktagen antworten muss. Danach an die Energiebehörde Ihrer autonomen Gemeinschaft: auf den Balearen an die Dirección General de Economía Circular, Transición Energética y Cambio Climático (bis zu sechs Monate Bearbeitungszeit), auf den Kanaren an das Servicio de Instalaciones Energéticas (bis zu drei Monate).

Quellen

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.

  1. e-distribución — Störungen und Ausfälle (Regionalnummern)
  2. CNMC — Verzeichnis der Stromverteilnetzbetreiber mit Störungsnummern
  3. i-DE Redes Eléctricas Inteligentes — Kontakt
  4. RTVC — Die Mehrwertsteuersenkung betrifft die Kanaren nicht, dort gilt IGIC 0 %
  5. AEAT — Neuerungen bei der Stromsteuer (IEE) 2026
  6. CAIB — Beschwerden zu Strom und Gas (Verfahren 3525284)
  7. Regierung der Kanaren — Anzeigen und Beschwerden Strom (Verfahren 5434)