Anbieter & Wechsel

Stromtarife in Spanien vergleichen — mit der richtigen Formel

Ein spanischer Stromtarif besteht aus mindestens fünf Bestandteilen, von denen nur einer der Preis pro Kilowattstunde ist. Wer zwei Angebote allein daran misst, vergleicht die kleinste Stellschraube und übersieht den Block, der unabhängig vom Verbrauch weiterläuft. Hier steht die vollständige Rechnung, mit den regulierten Werten für 2026.

· Wie wir recherchieren

Warum der kWh-Preis allein nichts aussagt

In Spanien zahlen Sie zwei Grundgrößen: für die bereitgestellte Leistung in Kilowatt und für die verbrauchte Energie in Kilowattstunden. Der Leistungspreis (término de potencia) fällt jeden Tag an, auch wenn niemand im Haus ist und kein einziges Gerät läuft. Genau hier sitzt die verbreitetste Kalkulation der Branche: Ein Anbieter wirbt mit einem sehr niedrigen Arbeitspreis und holt sich die Marge über einen hoch angesetzten Leistungspreis zurück.

Der Fachmann Mario Fernández, Geschäftsführer des Analysehauses Camby, hat das gegenüber der spanischen Presse so zusammengefasst: Man könne Ihnen den Strom sehr billig verkaufen, weil das Geschäft längst über die Leistung gemacht sei. Für einen wenig genutzten Zweitwohnsitz ist dieser Effekt besonders brutal, weil dort der Verbrauch klein und der Fixkostenanteil entsprechend groß ist — was für ein selten genutztes Haus gilt, haben wir getrennt aufgeschrieben.

Die vollständige Formel

So und nicht anders wird eine spanische Jahresrechnung gebildet. Die Reihenfolge ist wichtig, weil die Stromsteuer vor der Zählermiete ansetzt und die Mehrwertsteuer ganz am Ende auf alles davor — Steuer auf Steuer inklusive.

  • Schritt 1: vereinbarte Leistung in kW × Leistungspreis in € pro kW und Jahr
  • Schritt 2: plus Jahresverbrauch in kWh × Arbeitspreis in € pro kWh (bei drei Zeitzonen getrennt für P1, P2 und P3)
  • Schritt 3: auf die Summe aus Schritt 1 und 2 die Stromsteuer (impuesto especial sobre la electricidad) von 5,11269632 %
  • Schritt 4: plus Zählermiete und etwaige Zusatzdienste
  • Schritt 5: auf alles zusammen 21 % Mehrwertsteuer (IVA). Auf den Kanaren gilt stattdessen die IGIC, für Haushalte mit 0 %.
Bestandteile eines Haushaltstarifs 2.0TD im Jahr 2026
BestandteilWert 2026Wer legt ihn fest
Regulierter Leistungsanteil 2.0TD (P1)27,704413 € je kW und JahrCNMC (Netzentgelt) und Regierung (Umlage)
Regulierter Leistungsanteil 2.0TD (P2)0,725423 € je kW und JahrCNMC und Regierung
Regulierter Energieanteil P1 / P2 / P30,097553 / 0,029267 / 0,003292 € je kWhCNMC und Regierung
Vertriebsmarge auf Leistung und Energiefrei kalkuliertAnbieter
Zählermiete, elektronischer Einphasenzähler0,81 € im Monat, rund 9,72 € im JahrMinisterialverordnung
Stromsteuer5,11269632 % auf Leistung plus EnergieGesetz 38/1992
Mehrwertsteuer21 % (Kanaren: IGIC 0 % für Haushalte)Gesetz 37/1992

Die regulierten Anteile sind identisch, egal bei welchem Anbieter Sie sind. Unterschiede zwischen Angeboten entstehen ausschließlich in der Vertriebsmarge und bei Zusatzdiensten. Die ermäßigten Steuersätze aus dem Frühjahr 2026 sind seit dem 1. Juni 2026 wieder außer Kraft.

Eine Konsequenz daraus wird oft übersehen: Da der regulierte Teil überall gleich ist, vergleichen Sie in Wahrheit nur die Marge. Wenn ein Angebot beim Leistungspreis weit über 27,704413 € je kW und Jahr liegt, wissen Sie genau, wie hoch der Aufschlag ist. Wer die Rechnung nicht selbst nachrechnen will, überträgt die Werte in unsere Tarifanalyse auf Deutsch. Wie die Steuern auf der Rechnung zusammenwirken und wie sich P1, P2 und P3 verteilen, erklären wir getrennt.

Ersparnisrechner: Was würde ein anderer Tarif kosten?

Laden Sie Ihre spanische Stromrechnung hoch. Die Auswertung kommt auf Deutsch, ist kostenlos und unverbindlich.

Sie brauchen Ihre Rechnung. Darauf stehen die Angaben, nach denen der Rechner fragt — vor allem die CUPS, die Anschlusskennung. Sie beginnt mit ES und steht meist oben rechts oder im Abschnitt Datos del contrato.

CUPS auf der Rechnung finden → Musterrechnung Zeile für Zeile →
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Die Auswertung erstellt unser Technologiepartner. Kostenlos, ohne Verpflichtung — und wenn sich ein Wechsel nicht lohnt, steht das im Ergebnis. Wie wir uns finanzieren.

Fünf Fallen im spanischen Tarifmarkt

1. Der aufgeblähte Leistungspreis

Die häufigste. Prüfen Sie den Leistungspreis immer zuerst, und zwar in € je kW und Jahr, nicht in Cent je kW und Tag — die Tagesangabe lässt Unterschiede winzig aussehen. Zugleich lohnt der Blick auf die eigene kW-Stufe: Nach spanischen Marktdaten spart die Absenkung der Leistung typischerweise 30 bis 60 € im Jahr, häufig mehr als ein Anbieterwechsel. So ändern Sie die Leistung.

2. Zusatzdienste, die niemand bestellt hat

Wartungsverträge für die Elektroinstallation, Hausratversicherungen, „Rundum-Schutz“-Pakete oder Handwerkerservice erscheinen als eigene Zeile mit eigener Mehrwertsteuer. Eine 2026 veröffentlichte Branchenauswertung kommt auf rund 20 Prozent der Verträge im freien Markt, die solche Leistungen ohne klare Deklaration enthalten. Sie haben das Recht, ausschließlich die Stromlieferung zu beauftragen. Wer Strom und Gas beim selben Konzern hat, sollte zusätzlich prüfen, ob dieselbe Wartung zweimal berechnet wird. Welche Zusatzpakete die einzelnen Anbieter führen, steht in den Profilen.

3. Rabatte mit Verfallsdatum

Der Aufnahmerabatt gilt typischerweise zwölf Monate und bezieht sich meist nur auf den Arbeitspreis. Danach verlängert sich der Vertrag automatisch zum Listenpreis, ohne auffälligen Hinweis. Notieren Sie sich das Enddatum am Tag der Unterschrift im Kalender.

4. „Gratisstunden“ und Gratistage

Werbeversprechen wie zwei kostenlose Stunden täglich oder ein kostenloser Wochentag beziehen sich stets nur auf den Energieanteil. Bezahlt werden sie über einen höheren Leistungspreis und teurere Reststunden. Für einen Haushalt, der seinen Verbrauch nicht gezielt in diese Fenster verschieben kann — und das gilt für jedes Ferienhaus — ist es reines Marketing.

5. Die Pauschale mit Nachverrechnung

Die tarifa plana verspricht eine feste Monatsrate mit „inklusive Verbrauch“. Am Jahresende wird abgerechnet: Mehrverbrauch ist teuer, Minderverbrauch wird nicht erstattet. Bei niedrigem und schwankendem Verbrauch zahlen Sie damit zuverlässig für Strom, den Sie nie genutzt haben.

Checkliste: acht Fragen vor der Unterschrift

  1. Wie hoch ist der Leistungspreis in Euro je kW und Jahr — getrennt für P1 und P2?
  2. Wie hoch ist der Arbeitspreis je kWh, und gilt er für alle drei Zeitzonen gleich oder getrennt?
  3. Handelt es sich um einen Festpreis, einen indexierten Preis oder eine Pauschale?
  4. Enthält der Vertrag Zusatzdienste, und wie viel kosten sie je Monat?
  5. Gibt es einen Rabatt, worauf bezieht er sich, und wann läuft er aus?
  6. Gibt es eine Mindestlaufzeit, und welche Strafe ist vorgesehen? Mehr als 5 Prozent der geschätzten Restenergie sind seit 2026 unzulässig, und es muss ein nachgewiesener Schaden vorliegen.
  7. Haben Sie das gesetzlich vorgeschriebene Kurzdokument mit den wesentlichen Bedingungen erhalten?
  8. Ist eine deutsche IBAN für das SEPA-Lastschriftmandat akzeptiert, und an welche Adresse gehen Rechnungen und Mahnungen?
Was ist ein guter Preis pro kWh in Spanien?
Die Frage führt in die Irre, weil der Arbeitspreis ohne den Leistungspreis keine Aussage erlaubt. Als Orientierungsgröße: Der PVPC lag 2025 im Jahresmittel bei 0,1385 €/kWh, 2026 vorläufig bei 0,1468 €/kWh. Entscheidend ist aber Ihre Jahressumme, nicht der Einzelpreis.
Was kostet der Leistungspreis in Spanien mindestens?
Der regulierte Anteil im Haushaltstarif 2.0TD beträgt 2026 genau 27,704413 € je kW und Jahr in P1 und 0,725423 € in P2. Jeder Anbieter schlägt darauf seine Marge auf; alles, was darüber liegt, ist verhandelbarer Preis.
Lohnt sich ein Wechsel, wenn ich nur wenige Wochen im Jahr da bin?
Oft weniger als erwartet. Bei geringem Verbrauch dominiert der Leistungspreis, und der wirksamste Schritt ist meist die Reduktion der vereinbarten Kilowatt, nicht der Anbieterwechsel.
Ist der offizielle Vergleichsrechner der CNMC verlässlich?
Er ist die einzige Quelle ohne Vermittlungsprovision und deshalb ein guter Kontrollwert. Er rechnet mit den gemeldeten Tarifen; Sonderrabatte und Bündelangebote bildet er nicht immer vollständig ab.
Muss ich Zusatzleistungen wie Wartung akzeptieren?
Nein. Sie haben das Recht, ausschließlich die Stromlieferung zu beauftragen. Erscheint eine solche Position dennoch auf der Rechnung, ist das ein Beschwerdegrund; der Kundenservice muss binnen 15 Werktagen antworten.
Tarifvergleich

Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung

Laden Sie eine beliebige spanische Stromrechnung hoch. Der Vergleichsrechner von Lead EnergIA rechnet Ihren echten Verbrauch gegen die aktuellen Tarife und zeigt, was ein anderer Vertrag gekostet hätte — auf Deutsch, ohne Anruf, ohne Verpflichtung. Auch dann, wenn das Ergebnis lautet: bleiben.

Quellen

Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.

  1. CNMC – Netzentgelte 2026, Beschluss RAP/DE/009/25 (PDF)
  2. BOE – Orden TED/1524/2025: Systemumlagen 2026
  3. AEAT – Stromsteuer, Neuerungen und geltender Satz 2026
  4. Consumo Responde (Junta de Andalucía) – Abrechnung der Stromversorgung, Zählermiete
  5. CNMC – offizieller Angebotsvergleich für Strom und Gas
  6. Qué.es – versteckte Kosten spanischer Stromtarife (13.06.2026)