Was die compensación de excedentes juristisch ist
Artikel 14 des RD 244/2019 nennt sie „vereinfachte Verrechnung“ und nicht zufällig nicht „Vergütung“. Der Netzbetreiber bildet eine Stundenbilanz: Was Sie in einer Stunde selbst verbrauchen, wird gar nicht erst abgerechnet. Was Sie darüber hinaus einspeisen, wird zu einem vereinbarten Preis bewertet und als Abzug auf den Energieanteil Ihrer Monatsrechnung gebucht. Geld fließt nie.
An den Mechanismus sind Bedingungen geknüpft: erneuerbare Primärenergie, eine zugeordnete Erzeugungsleistung von höchstens 100 kW, ein einziger Liefervertrag für Verbrauch und Hilfsdienste, ein Verrechnungsvertrag zwischen Erzeuger und Verbraucher sowie der Verzicht auf jede zusätzliche Förderregelung für die Anlage. Solange Sie in der Verrechnung sind, dürfen Sie den Überschuss nicht am Markt verkaufen, ohne vorher aus dem Mechanismus auszusteigen. Der Verrechnungsvertrag läuft über Ihren Stromvertrieb; ausdrückliche Eigenverbrauchsangebote führen unter anderem Octopus Energy und Holaluz aus Barcelona.
Derselbe Verbrauch, eine andere Rechnung
Laden Sie eine beliebige spanische Stromrechnung hoch. Der Vergleichsrechner von Lead EnergIA rechnet Ihren echten Verbrauch gegen die aktuellen Tarife und zeigt, was ein anderer Vertrag gekostet hätte — auf Deutsch, ohne Anruf, ohne Verpflichtung. Auch dann, wenn das Ergebnis lautet: bleiben.
Die drei Regeln, an denen deutsche Erwartungen scheitern
1. Der Monatssaldo wird nie negativ
Der Verordnungstext ist hier eindeutig: Der wirtschaftliche Wert der stündlich eingespeisten Energie darf in einem Abrechnungszeitraum den Wert der aus dem Netz bezogenen Energie nicht übersteigen. Im besten Fall fällt der Energieanteil Ihrer Rechnung also auf 0 €. Alle festen Bestandteile bleiben bestehen: der Leistungsanteil (término de potencia), die Zählermiete, die Stromsteuer und die Mehrwertsteuer. Eine Photovoltaikanlage senkt Ihre Fixkosten in Spanien um keinen Cent.
2. Ein Guthaben wird nicht vorgetragen
Was über den Monatsverbrauch hinaus eingespeist wird, ist weg. Es wandert nicht in den Folgemonat, es wird nicht ausgezahlt, es wird nicht gutgeschrieben. Genau hier liegt der strukturelle Nachteil für Zweitwohnsitze — und genau hier setzt die virtuelle Batterie als kommerzielles Gegenmittel an. Für ein kleines Steckermodul, dessen Strom im tagsüber leeren Haus kaum gebraucht wird, ist derselbe Deckel der entscheidende Einwand: Balkonkraftwerk in Spanien.
3. Der Leistungsanteil bleibt unberührt
In Deutschland macht der Arbeitspreis den Löwenanteil der Rechnung aus, in Spanien nicht. Der regulierte Leistungsanteil des Tarifs 2.0TD liegt 2026 bei 27,704413 € je kW und Jahr, und er läuft an 365 Tagen. Wer die Anlage baut, um die Grundgebühr zu drücken, hat sich getäuscht. Der einzige Hebel dafür ist die richtige vereinbarte Leistung.
Das Wertverhältnis: rund 3 zu 1
Der entscheidende Vergleich ist nicht „Vergütung gegen null“, sondern „selbst verbrauchen gegen einspeisen“. Eine Kilowattstunde, die Sie in dem Moment nutzen, in dem sie produziert wird, ersetzt eingekauften Strom inklusive Netzentgelten und Steuern. Eine Kilowattstunde, die ins Netz geht, wird zum Überschusspreis bewertet — und der liegt um ein Vielfaches darunter.
| Verwendung einer erzeugten Kilowattstunde | Wirtschaftlicher Wert | Grundlage |
|---|---|---|
| Sofort selbst verbraucht | rund 0,15–0,20 €/kWh vermiedener Einkauf | Arbeitspreis inklusive Netzentgelten und Umlagen, vor Steuern |
| Eingespeist, PVPC-Tarif | etwa 0,05–0,08 €/kWh | Stündlicher Marktpreis abzüglich Abweichungskosten (Marktbeobachtung 2026) |
| Eingespeist, freier Markt | etwa 0,04–0,10 €/kWh | Frei vereinbarter Preis, je nach Anbieter und Kampagne |
| Eingespeist über den Monatsverbrauch hinaus | 0 € | Monatsdeckel nach Artikel 14 RD 244/2019: Saldo nie negativ |
Die Einspeisepreise stammen aus einer Marktbeobachtung des Fachportals Autoconsumo Guía vom April 2026 und sind keine amtlichen Werte. Konkrete Preise ändern sich mit jeder Vertriebskampagne — fragen Sie den Preis vor Vertragsschluss schriftlich ab.
Was das für ein leeres Haus im Winter bedeutet
Stellen Sie sich ein Haus auf Mallorca mit 4 kWp vor, das von November bis April niemand bewohnt. Im Dezember produziert die Anlage rechnerisch rund 400 kWh. Im Haus laufen Kühlschrank, Poolfilter und einige Standby-Verbraucher, zusammen vielleicht 100 bis 250 Watt — das sind grob 70 bis 180 kWh im Monat. Die Stundenbilanz sorgt dafür, dass davon nur ein Bruchteil tatsächlich zeitgleich gedeckt wird, denn nachts produziert die Anlage nichts.
Der Rest geht als Überschuss ins Netz und wird mit 0,05 €/kWh bewertet. Sobald dieser Wert den Energiebetrag des Monats erreicht, ist Schluss: Der Energieanteil steht bei null, alles Weitere verfällt. In sechs Wintermonaten bedeutet das die Produktion eines halben Jahres nahezu geschenkt — während der Leistungsanteil unverändert weiterläuft. Die Zahlen zum Leerstand aufgeschlüsselt finden Sie unter Kosten eines leerstehenden Hauses, die Rechnung für die Anlage unter Rentabilität im Ferienhaus.
Wann die Verrechnung gut funktioniert
- Ganzjährig bewohntes Haus mit gleichmäßigem Verbrauch
- Ferienvermietung im Sommer: Klimaanlage und Pool laufen genau dann, wenn die Anlage am meisten liefert
- Wärmepumpe, Warmwasserspeicher oder Elektroauto, die sich in die Mittagsstunden programmieren lassen
- Kleine, bewusst knapp dimensionierte Anlage mit hoher Eigenverbrauchsquote
Wann sie enttäuscht
- Haus steht acht bis zehn Monate im Jahr leer
- Anlage wurde nach Dachfläche statt nach Verbrauch geplant
- Erwartung, dass die Grundgebühr sinkt — sie sinkt nicht
- Hoffnung auf eine Auszahlung am Jahresende: die gibt es im Verrechnungsmodell nicht
Die Alternative: Verkauf am Markt
Statt der Verrechnung können Sie die Betriebsart con excedentes no acogido a compensación wählen und den Strom als Erzeuger am Markt verkaufen. Rechtlich ist das möglich, wirtschaftlich im Haushalt fast immer ein Verlustgeschäft.
- Sie müssen sich als productor anmelden und bekommen die Pflichten eines Erzeugers: Rechnungsstellung, Steuererklärungen, gegebenenfalls Anmeldung zur Umsatzsteuer.
- Der erzielbare Marktpreis liegt in derselben Größenordnung wie der Verrechnungspreis — der Mehrertrag deckt den Verwaltungsaufwand nicht.
- Sie verlieren die einfache Gutschrift auf der Rechnung und brauchen stattdessen eine eigene Abrechnung gegenüber dem Markt.
- Der Wechsel ist nicht beiläufig: Aus der vereinfachten Verrechnung müssen Sie ausdrücklich austreten, bevor Sie verkaufen dürfen.
Sinnvoll wird der Marktverkauf erst bei Anlagen, deren Erzeugung den Eigenverbrauch dauerhaft und deutlich übersteigt — also im gewerblichen Bereich, bei landwirtschaftlichen Betrieben oder bei Gemeinschaftsanlagen. Für das Dach eines Ferienhauses ist er keine Option. Realistischer ist der Weg über den gemeinschaftlichen Eigenverbrauch, seit März 2026 im Umkreis von fünf Kilometern.
Ein Stromvertrag in Spanien, ein Ansprechpartner auf Deutsch
Wir haben dieses Angebot für deutschsprachige Eigentümer in Spanien gebaut: ein Vertrag bei einem in Spanien zugelassenen Versorger, Betreuung auf Deutsch, Rechnungen, die man versteht, und Konditionen, die für Zweitwohnsitze gerechnet sind.
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Quellen
Alle Angaben auf dieser Seite stammen aus offiziellen spanischen Quellen (BOE, CNMC, MITECO, Netzbetreiber). Stand: 2026-09-15.